4. Januar 2026 / Aus aller Welt

Viele Opfer von Crans-Montana waren Jugendliche

Mehrere Überlebende des Infernos in der Silvesternacht kämpfen weiter um ihr Leben. Die Schweiz plant einen nationalen Trauertag für die Opfer des Feuers in einer Bar.

Viele Menschen kamen zusammen, um der Opfer der Brandkatastrophe zu gedenken.
Veröffentlicht am 4. Januar 2026 um 21:42 Uhr

Nach der Identifizierung aller 40 Todesopfer des Brandinfernos in Crans-Montana steht fest: Viele derjenigen, die es nicht mehr lebend aus der brennenden Bar schafften, sind noch nicht volljährig gewesen. Das jüngste Todesopfer ist eine 14-jährige Schweizerin, wie die Schweizer Polizei im Kanton Wallis berichtet. Darunter waren unter anderem Italiener und Franzosen, Deutsche waren nicht unter den Todesopfern. 

Das Inferno in einer Bar des Schweizer Skiorts wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. 

Untersucht wird, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden. Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar wird inzwischen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Unklar ist unter anderem, ob die Deckenabdeckung regelkonform war und ob es genügend zugängliche Notausgänge gab. 

Kritische Phase für Überlebende

Einige der 119 überwiegend schwer verletzten Überlebenden sind in einer kritischen Phase: Bei sehr schweren Verbrennungen treten Symptome der Verbrennungskrankheit wie Organversagen erst nach 48 Stunden auf, wie Experten erläutern. 

Zudem wächst das Risiko von Infektionen, weil das überforderte Immunsystem geschwächt ist. Erst, wenn die Risiken minimiert sind, beginnen die ersten von zahlreichen Operationen, um die verbrannte Haut zu entfernen und zu ersetzen - idealerweise mit Haut von anderen Körperstellen, die unversehrt blieben. 

Mehrere Patienten sind inzwischen in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken in Deutschland verlegt worden. Die Schweiz hat nicht genügend Kapazitäten, um alle Verletzte langfristig zu behandeln und Plätze für 50 Patientinnen und Patienten überwiegend in Nachbarländern angefragt. Unter anderem werden Überlebende aus Crans-Montana in Ludwigshafen, Stuttgart, Tübingen, Bochum und Köln-Merheim behandelt. Weitere Kliniken haben Aufnahmeplätze zugesagt. 

Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet.

Nationales Gedenken an die Opfer

Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf. Als Erster schrieb darin Bundespräsident Guy Parmelin: «Allen trauernden Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid.» Er werde an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilnehmen. Ob andere Staatschefs anreisten, sei noch unklar, sagte er in Zeitungsinterviews.

Zu Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana sollen im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute, wie Parmelin weiter sagte.


Bildnachweis: © Antonio Calanni/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Jeckes Business‑Angebot für Unternehmen aus Meckenheim und Umgebung
Aktuell

Zum Abschluss der Karnevals‑Session bietet unser Partner PICSAS – das Fotostudio aus Rheinbach – ein exklusives Highlight

weiterlesen...
Karneval in Lüftelberg 2026
Vereine

1. Lüftelberger Karnevals Club 1996 e.V. bringt auch dieses Jahr wieder jede Menge Spaß, Gemeinschaft und karnevalistisches Brauchtum nach Lüftelberg!

weiterlesen...
Karneval 2026: Veranstaltungen der Prinzengarde Meckenheim
Vereine

Die Prinzengarde Meckenheim lädt dich herzlich ein, gemeinsam die närrische Zeit zu feiern!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Experten: Chikungunya für Europa problematischer als gedacht
Aus aller Welt

Italien, Frankreich, Spanien - bisher beschränkt sich eine schmerzhafte Tropenkrankheit auf das südliche Europa. Von den Temperaturen her sind Ausbrüche auch weiter nördlich möglich, warnen Forscher.

weiterlesen...
20 Jahre «Hannah Montana»: Disney sendet Spezial mit Cyrus
Aus aller Welt

Mit der TV-Show «Hannah Montana» gelang Miley Cyrus der Durchbruch. Zwei Jahrzehnte später blickt sie in einer Sondersendung auf diese prägende Zeit zurück.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Experten: Chikungunya für Europa problematischer als gedacht
Aus aller Welt

Italien, Frankreich, Spanien - bisher beschränkt sich eine schmerzhafte Tropenkrankheit auf das südliche Europa. Von den Temperaturen her sind Ausbrüche auch weiter nördlich möglich, warnen Forscher.

weiterlesen...
20 Jahre «Hannah Montana»: Disney sendet Spezial mit Cyrus
Aus aller Welt

Mit der TV-Show «Hannah Montana» gelang Miley Cyrus der Durchbruch. Zwei Jahrzehnte später blickt sie in einer Sondersendung auf diese prägende Zeit zurück.

weiterlesen...