Der Prozess um eine angehende Notfallsanitäterin, die versucht haben soll, ihre Kollegen zu vergiften, hat vor dem Landgericht Heilbronn von vorn begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der jungen Frau aus dem Kreis Ludwigsburg versuchten Mord in vier Fällen vor. Sie sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Nach dem Tod eines Schöffen war die erste Auflage des Prozesses nach drei Monaten geplatzt. Die angeklagte 25-Jährige gab zu, ihren damaligen Kollegen mehrfach Notfallmedikamente untergemischt zu haben - etwa in einer Trinkflasche. Sie habe allerdings keinesfalls die Absicht gehabt, jemanden körperlich zu schädigen oder umzubringen, sagte sie in der Verhandlung. Über die Mordvorwürfe sei sie «entsetzt». Die Angeklagte spricht von massivem Druck und Mobbing während ihrer Ausbildung und von anderen persönlichen Belastungen. Einen betroffenen Kollegen habe sie «nur ärgern» wollen. Bei einem anderen sei die Absicht gewesen, ihm «eins auszuwischen». Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass die Angeklagte die potenziell lebensgefährliche Wirkung der Medikamente «mindestens vorhergesehen und billigend in Kauf genommen» hat. So hätten sich die Sanitäter dadurch teilweise in Lebensgefahr befunden. Deren Überleben sei rein zufällig gewesen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat die Angeklagte «aus tief empfundener Wut» wegen Kritik an ihrer Arbeit gehandelt. Außerdem habe sie die Wirkung der Notfallmedikamente wie etwa Atropin auf Menschen erkunden wollen. Das aus der Tollkirsche gewonnene Gift ist wasserlöslich und kann bei einer Überdosierung tödlich wirken. Mit zwei ehemaligen Kollegen habe sich die Angeklagte bereits außergerichtlich auf einen Vergleich geeinigt, teilten ihr Verteidiger und die Vertretung der Geschädigten mit. So erhielten die Sanitäter neben mehreren Tausend Euro und einen handschriftlichen Entschuldigungsbrief der Angeklagten. Für den zweiten Anlauf der Hauptverhandlung sind acht weitere Prozesstage geplant.Staatsanwaltschaft: Kollegen befanden sich in Lebensgefahr
Entschuldigungsbrief
Bildnachweis: © Katharina Kausche/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Alles von vorn - Gift-Prozess um Sanitäterin neu gestartet
Weil ein Schöffe stirbt, platzt nach drei Monaten der Prozess gegen eine angehende Notfallsanitäterin. Sie soll versucht haben, ihre Kollegen zu vergiften. Nun also alles auf Anfang.
Meistgelesene Artikel
- 12. August 2026
Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland
Ausgebuchte Hotels, Straßensperrungen und ein Hype um Balkone: Ein spektakuläres Naturschauspiel versetzt Spanien in den Ausnahmezustand. Auch in Deutschland blicken Millionen gebannt zum Himmel.
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 16. August 2026
Hurrikan «Lala» vor Hawaii: Zehntausende ohne Strom
Hurrikan «Lala» zieht dicht an Big Island vorbei. Zehntausende sind ohne Strom, Straßen sind überflutet. Auch Maui und Oahu müssen sich auf Sturm und Starkregen einstellen.
Neueste Artikel
- 8. September 2026
Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.
- 8. September 2026
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 8. September 2026
Mitarbeiterinnen abgezogen: Eiffelturm nach Streik geöffnet
Nach dem Abzug weiblichen Personals für eine religiöse Delegation blieb der Eiffelturm aus Protest geschlossen. Die Betreiber räumen einen Fehler ein und wollen eine Wiederholung verhindern.
- 8. September 2026
Rund 16.000 Hitzetote in diesem Jahr – und nun?
Mindestens 16.000 Menschen sind hitzebedingt in diesem Jahr in Deutschland gestorben. Experten erklären, warum viele Todesfälle unentdeckt bleiben – und wie sie verhindert werden könnten.

