4. April 2026 / Aus aller Welt

Dem Mond nun näher als der Erde: Astronauten schicken Fotos

Erstmals seit mehr als 50 Jahren sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Mehr als die Hälfte des Weges haben sie geschafft. Der erste Lohn: atemberaubende Ausblicke.

Die «Artemis»-Astronauten schicken Bilder von der Erde zur Erde.
Veröffentlicht am 4. April 2026 um 11:44 Uhr

Die vier Astronauten der «Artemis 2»-Mission sind dem Mond mittlerweile näher als der Erde. «Die Artemis 2-Mission hat mehr als die Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt», teilte die Nasa in der Nacht zum Samstag mit – und veröffentlichte die ersten Fotos, die die Astronauten aus dem All von der Erde aufgenommen haben. 

«Ihr seht toll aus, ihr seht wunderschön aus», sagte Nasa-Astronaut Victor Glover aus der «Orion»-Kapsel zu den Bildern, auf denen unser Planet als blauer Ball mit weißen Schlieren vor schwarzem Hintergrund zu sehen ist.

Glover, seine US-Kollegen Christina Koch und Reid Wiseman sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sind derzeit als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren auf dem Weg zum Mond. Sie waren in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) an Bord der «Orion»-Kapsel mit dem Raketensystem «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Rund 24 Stunden später verließen sie mit einem speziellen Manöver die Erdumlaufbahn. 

Sogar der Schlaf ist durchgetaktet

Während der Mission stehen für die Astronauten unter anderem wissenschaftliche Tests und Trainingsaufgaben auf dem Programm – und immer wieder besondere Ausblicke: «Wir können durch die Andockluke gerade den Mond sehen. Es ist ein wunderschöner Anblick», sagte Astronautin Christina Koch laut Nasa. 

Während der zehntägigen Mission bleibt für die vier wenig dem Zufall überlassen: So teilt die Nasa sogar öffentlich mit, wenn die Astronauten sich aufs Zubettgehen vorbereiten und wann sie ihre Schlafphase beginnen sollen. Geweckt wird das Artemis-Team von Kollegen am Boden – am Freitag etwa durch den Song «In a Daydream» von der Freddy Jones Band, in dem es unter anderem heißt «No one around just me and the sky» (deutsch: «Niemand ist hier, nur ich und der Himmel»).

Mission soll zehn Tage dauern

«Artemis 2» baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission «Artemis 1» von 2022 auf. An Bord der «Orion»-Kapsel soll die Crew etwa zehn Tage im All verbringen und um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen soll.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste schwarze Mensch und Hansen der erste Kanadier. 

Mehr als 2,3 Millionen Kilometer um Mond und Erde

Der Flugverlauf von «Artemis 2» gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. 

Am fünften Flugtag soll «Orion» den Punkt erreichen, wenn die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirkt als die der Erde. Am sechsten Flugtag soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen - etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen - und sogar auch eine Sonnenfinsternis, bei der die Sonne aus der Perspektive von «Orion» hinter dem Mond verschwindet. 

An diesem Flugtag könnten sie sich auch weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Den bisherigen Rekord stellte die Crew der «Apollo 13»-Mission 1970 mit rund 400.171 Kilometern auf.


Bildnachweis: © Reid Wiseman/NASA via AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Teil von SpaceX-Rakete könnte ungeplant auf Mond aufschlagen
Aus aller Welt

Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden. Im August soll es Wissenschaftlern zufolge einen ähnlichen Vorfall geben.

weiterlesen...
Großer Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle
Aus aller Welt

Nordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bei Guadalajara bereits Tausende Hektar verbrannt. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. Woanders gab es hingegen gute Nachrichten.

weiterlesen...
Tschechien bringt Handyverbot an Schulen auf den Weg
Aus aller Welt

Ab September 2027 sollen in Tschechien Smartphones und Smartwatches aus den Klassenzimmern verschwinden. Kritiker halten das für Populismus - und warnen vor Frust bei den Schülern.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Dutzende verwesende Leichen bei US-Bestatter gefunden
Aus aller Welt

Den Ermittlern muss sich ein schlimmes Bild geboten haben. Anwohner hatten sich über den Gestank beschwert.

weiterlesen...
Tödliche Schüsse an Schule erschüttern Thailand
Aus aller Welt

Ein 14-Jähriger soll zuerst seine Großeltern und dann an seiner Schule mehrere Menschen getötet haben. Die Bluttat wirft in Thailand viele Fragen auf – vor allem nach dem Motiv.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Dutzende verwesende Leichen bei US-Bestatter gefunden
Aus aller Welt

Den Ermittlern muss sich ein schlimmes Bild geboten haben. Anwohner hatten sich über den Gestank beschwert.

weiterlesen...
Tödliche Schüsse an Schule erschüttern Thailand
Aus aller Welt

Ein 14-Jähriger soll zuerst seine Großeltern und dann an seiner Schule mehrere Menschen getötet haben. Die Bluttat wirft in Thailand viele Fragen auf – vor allem nach dem Motiv.

weiterlesen...