4. Mai 2026 / Aus aller Welt

Mutmaßlicher Amokfahrer tötet und verletzt mehrere Menschen

Mitten in der Leipziger Innenstadt fährt ein Autofahrer mehrere Menschen an - zwei von ihnen sterben. Die Ermittler gehen von einem Amoktäter aus.

Ein mutmaßlicher Amokfahrer hat in Leipzig mehrere Menschen getötet und verletzt.
Veröffentlicht am 4. Mai 2026 um 23:53 Uhr

Schreckliche Szenen in der Leipziger Innenstadt: Bei einer mutmaßlichen Amokfahrt sind eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann getötet worden, drei Menschen wurden schwer verletzt. Es gebe viele weitere Verletzte, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, bei dem festgenommenen Fahrer handele es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter, einen Amoktäter. Er sei 33 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich ebenfalls um Deutsche, wie die Polizei am Abend mitteilte. 

Nach dpa-Informationen war der Mann schon vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht einschlägig. Zuvor hatte die «Leipziger Volkszeitung» darüber berichtet. Wie die Polizei am Abend mitteilte, gehen die Ermittler nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. 

Täter ließ sich widerstandslos festnehmen

Der Verdächtige war am frühen Abend mit einem weißen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und hatte dabei mehrere Menschen angefahren. Der Täter sei von der Polizei noch im Auto «dingfest gemacht» worden, hieß es seitens der Polizei. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen, er sei in Deutschland geboren und in der Region Leipzig wohnhaft. 

Leipzigs Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bekräftigte, man gehe von einer Amoktat aus. Es gebe keinerlei Anzeichen für «eine andere Lesart» und auch keine Anzeichen für weitere Täter. 

Oberbürgermeister Jung und Innenminister Schuster bedankten sich ausdrücklich auch bei den Menschen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten. Besonnene Passanten hätten schnelle Hilfe gespendet, Wasser gereicht und vorbildlich reagiert. 

Kretschmer: «So eine Tat macht uns sprachlos»

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) teilte nach dem tödlichen Verbrechen mit: «Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien.» Den Verletzten wünsche er Kraft und schnelle Genesung. «So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen. Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln, sagte Kretschmer. 

Kurz nach der mutmaßlichen Amokfahrt war am Leipziger Marktplatz überall Blaulicht zu sehen, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Vor dem weißen Auto des Täters war ein Tuch zu sehen. Mutmaßlich bedeckte es eine der Leichen.

Vor dem berühmten Lokal «Auerbachs Keller» flatterte Absperrband. Vor dem Seminargebäude der Leipziger Universität, die direkt an der Grimmaischen Straße liegt, gedrückte Stimmung. Junge Leute saßen in kleinen Gruppen auf den Stufen. Viele Geschäfte in der Leipziger Innenstadt schlossen kurz nach der Tat, nur wenige Gäste saßen noch vor den Cafés. 

Insgesamt rund 80 Menschen betroffen

Auch auf dem nahen Augustusplatz vor Gewandhaus und Oper versammelten sich zahlreiche Menschen. Sie machten Fotos und Videos, informierten sich am Handy über die Lage. Immer wieder fuhren Krankenwagen aus der Grimmaischen Straße heraus. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen betroffen, wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, war zunächst unklar. 

Die Grimmaische Straße führt vom zentralen Augustusplatz in die Leipziger Fußgängerzone bis zur Thomaskirche. In der Nähe befinden sich die Universität sowie die Nikolaikirche Leipzig, ein zentraler Ort der Friedlichen Revolution.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa
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