Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion im Hafen von Shahid Radschaei in der südiranischen Provinz Hormusgan ist nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders IRIB auf mindestens 40 gestiegen. Die Zahl der Verletzten wurde von IRIB mit über 1.000 angegeben. Mohammed Dschamalian, der als Mitglied des parlamentarischen Gesundheitsausschusses an den Unglücksort geschickt wurde, sprach von entsetzlichen Szenen in der örtlichen Gerichtsmedizin. «Einige der Toten konnten aufgrund ihrer schweren Verbrennungen nicht mal identifiziert werden und es müssen daher DNA-Proben entnommen werden», sagte er der Nachrichtenagentur Ilna. Unter den Verletzten seien 280 schwer verletzt, mehr als 120 mussten notoperiert werden. Die Ärzte gehen laut Dschamalian davon aus, dass es unter den Schwerverletzten noch mehr Tote geben wird. Laut Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani sind die Krankenhäuser in der Provinz mit der Behandlung der vielen zum Teil Schwerverletzten überfordert und daher müssen viele Patienten in andere Städte verlegt werden. Die Einwohner der Provinz Hormusgan werden weiterhin aufgerufen, Blut für die Verletzten zu spenden. Die örtlichen Behörden behaupten, dass die Lage in der Hafenstadt wieder normal sei, über die Ursache der Katastrophe aber herrscht weiterhin Stillschweigen. Hat sich die Detonation, wie ursprünglich berichtet, in einem Treibstofflager des Hafens ereignet oder war die unsachgemäße Lagerung von Raketentreibstoff in einem der Depots der Auslöser? Auch ein Sabotageakt durch den Erzfeind Israel wird nicht ausgeschlossen. Präsident Massud Peseschkian hat eine lückenlose Aufklärung des Unglücks angeordnet und zu diesem Zweck ein Spezialteam mit zwei Ministern an den Unglücksort entsandt. Mehrere Staatschefs, darunter der russische Präsident Wladimir Putin, haben dem Iran ihr Beileid zu dem Unglück ausgesprochen. Wie der Kreml mitteilte, schickte Russland zudem zwei Zivilschutzflugzeuge mit Personal in den Iran, um bei den Löscharbeiten zu helfen. Auch Einheiten der iranischen Luftwaffe und Marine wurden als Hilfstruppen eingesetzt. Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass die Druckwelle noch in einem Umkreis von 50 Kilometern zu spüren war. Sie richtete erhebliche Schäden an der Hafeninfrastruktur an und wird den Im- und Export des Landes auf unabsehbare Zeit beeinträchtigen. Schahid Radschaei ist der größte Containerhafen des Landes und Teil des Haupthafens von Bandar Abbas in der Provinz Hormusgan. Dort wird mehr als ein Drittel des iranischen Seehandels abgewickelt.Präsident fordert lückenlose Aufklärung
Bildnachweis: © Meysam Mirzadeh/Tasnim News Agency/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Explosion im Iran: 40 Tote, über 1.000 Verletzte
Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion im Süden Irans ist erneut gestiegen. Die Provinz ist mit der Behandlung der zahlreichen Verletzten überlastet. Viele müssen in andere Städte verlegt werden.
Meistgelesene Artikel
- 25. Juni 2026
Extreme Hitze: RSAG informiert über mögliche Einschränkungen bei Entsorgung und Serviceangeboten
Der Schutz der Beschäftigten hat dabei oberste Priorität
- 2. Juli 2026
Verkehrsunfall auf der L261
65-jähriger Leichtkraftradfahrer lebensgefährlich verletzt
Füreinander. Für dich. Für uns. Für alle.
Neueste Artikel
- 22. Juli 2026
Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.
- 22. Juli 2026
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 22. Juli 2026
Von Koalas und Kobolden: Wenn KI den Urlaub plant
Sie werden nie müde und kennen angeblich jeden Geheimtipp: KI-Assistenten erobern die Urlaubswelt. Die digitalen Helfer sind immer höflich und meistens hilfreich – aber manchmal auch herrlich daneben.
- 22. Juli 2026
Nach Geisterfahrt auf A45: Zwölfjährige gestorben
Nach dem folgenschweren Unfall einer Geisterfahrerin in Hessen ist eines der lebensgefährlich verletzten Kinder gestorben. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

