29. Mai 2026 / Aus aller Welt

Feuerball: Bezos-Rakete explodiert bei Test vor dem Start

Zum vierten Mal sollte die leistungsstarke Schwerlastrakete «New Glenn» von Amazon-Gründer Bezos starten. Doch bei einem Test vorab kam es zu einer Explosion. Die Hintergründe sind noch unklar.

Bei dem Test habe es eine «Unregelmäßigkeit» gegeben, so Blue Origin.
Veröffentlicht am 29. Mai 2026 um 17:13 Uhr

Die leistungsstarke Schwerlastrakete «New Glenn» des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ist vor einem geplanten Start explodiert. Bei einem Routinetest der unbemannten Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war auf einem Livestream eine große Explosion samt riesigem Feuerball zu sehen. 

Bei dem Test habe es eine «Unregelmäßigkeit» gegeben, teilte Blue Origin auf der Plattform X mit. «Es werden keine Mitarbeiter vermisst. Sobald wir mehr wissen, werden wir die Informationen weitergeben.» Milliardär Bezos schrieb auf X, die Untersuchungen zur Ursache des Unglücks liefen bereits. «Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich», schrieb er. 

Bei Test sollten Triebwerke zünden, aber Rakete nicht starten

Bei dem Test vor dem geplanten vierten Start der «New Glenn» sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber am Boden bleiben. Der Start war Medienberichten zufolge ursprünglich frühestens in der kommenden Woche geplant gewesen. Die Rakete sollte 48 Satelliten für das Satelliten-Internetsystem von Amazon ins All bringen.

Nach der Explosion könnten in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise Trümmer an Stränden angespült werden, teilte Blue Origin mit. Wer so etwas sehe, solle sich aus Sicherheitsgründen davon fernhalten und es nicht berühren, sondern die Firma informieren, hieß es. Der Weltraumbahnhof Cape Canaveral liegt direkt am Atlantischen Ozean. Auf den Flugverkehr habe die Explosion keine Auswirkungen gehabt, teilte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mit. 

Blue Origin will SpaceX Konkurrenz machen

Mit der «New Glenn» will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Explosion ist dabei ein großer Rückschlag. «Äußerst bedauerlich», kommentierte Konkurrent Musk auf der Plattform X ein Video der Explosion. «Raketen sind schwierig.»

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa werde eine Untersuchung des Vorfalls unterstützen und dann über mögliche Auswirkungen auf eigene Programme informieren, schrieb Nasa-Chef Jared Isaacman bei X. Die Nasa arbeitet bei ihrem Mond-Programm mit Blue Origin zusammen. 

Die «New Glenn»-Rakete - benannt nach John Glenn (1921-2016), dem ersten Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste - hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später hatte die Rakete zwei Mars-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa ins All gebracht. Auch der dritte Start im April hatte geklappt, allerdings war danach ein Satellit in eine falsche Umlaufbahn abgesetzt worden.


Bildnachweis: © @JConcilus/@JConcilus/AP/dpa
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