9. September 2026 / Aus aller Welt

Boot mit Journalisten am Vulkan Anak Krakatau vermisst

Fünf Journalisten wollten über den Ausbruch des Anak Krakatau berichten. Dann verschwand ihr Boot spurlos. Die Suche wird durch Vulkanasche erschwert - aber es gibt noch Hoffnung.

Zahlreiche Such- und Rettungsteams sind im Einsatz.
Veröffentlicht am 9. September 2026 um 12:21 Uhr

Fünf Journalisten und drei weitere Passagiere eines nahe dem indonesischen Vulkan Anak Krakatau verschollenen Bootes werden seit Tagen vermisst. Die Gruppe war am Montag von der Küste der Provinz Banten auf Java in See gestochen, um die jüngste Eruption des Vulkans zu dokumentieren, wie die Behörden mitteilten. Der Ausbruch des Anak Krakatau am Freitag vergangener Woche hatte den Flugverkehr in dem Inselstaat ins Chaos gestürzt und weltweit Schlagzeilen gemacht.

Bei den vermissten Journalisten handelt es sich um indonesische Staatsbürger, einer von ihnen arbeitete den Angaben zufolge für die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. An Bord waren außerdem der Kapitän, ein Besatzungsmitglied und ein Guide. 

Laut der Rettungsbehörde Basarnas gab es zuletzt am Montagnachmittag (Ortszeit) Kontakt zu der Gruppe. Örtlichen Medien zufolge hatte der Guide noch ein Foto von sich in der Nähe des Anak Krakatau verschickt. Danach brach die Verbindung zu dem Boot ab. 

Suche mit Wärmebild-Drohnen

An der Suche beteiligten sich auch das Militär, die Polizei und Fischer in der Region. Die Marine entsandte mittlerweile drei Kriegsschiffe zur Unterstützung. Wegen gefährlicher Wetterbedingungen und hoher Wellen war die Suche zeitweise eingestellt worden. Die Wetterlage habe sich aber beruhigt und stelle derzeit kein Problem mehr dar, sagte Einsatzkoordinator Rizky Dwianto.

Weil aufgrund der weiterhin in der Luft schwebenden Vulkanasche weder Hubschrauber noch Flugzeuge eingesetzt werden konnten, sollten zwei Wärmebild-Drohnen zum Einsatz kommen. Der Suchradius wurde unterdessen erweitert: Es gebe Hoffnung, die Vermissten lebend zu finden - unter anderem könnten sie auf kleineren unbewohnten Inseln gestrandet sein, erklärte Dwianto.

Eine konkrete Erklärung für das Verschwinden des Bootes gibt es bislang nicht. Das Gebiet ist allerdings derzeit besonders unruhig: Der Ausbruch des Anak Krakatau dauerte rund 25 Stunden und auch jetzt stößt er noch in regelmäßigen Abständen Asche und Lava aus. Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG hält den Vulkan deshalb auf der zweithöchsten Warnstufe 3 und hat eine Sperrzone von drei Kilometern um den Krater festgelegt.

Vulkan entstand nach Mega-Eruption

Der Ausbruch hatte zur zeitweisen Schließung mehrerer wichtiger Flughäfen auf Java und Sumatra geführt - mehr als 170.000 Passagiere waren zu Wochenbeginn betroffen.

Der Name Anak Krakatau bedeutet «Kind des Krakatau». Der Feuerberg, der zwischen Java und Sumatra liegt, entstand nach der gewaltigen Eruption des Krakatau im Jahr 1883 aus dessen Caldera - also der großen kesselförmigen Vertiefung, die beim Einsturz des Vulkans entstand. 1929 ragte der neue Vulkan erstmals über die Meeresoberfläche.

Der Ausbruch von 1883 zählt zu den verheerendsten Vulkankatastrophen der Neuzeit, mehr als 36.000 Menschen kamen ums Leben. Die damalige Explosion gilt als das lauteste jemals aufgezeichnete Geräusch.


Bildnachweis: © Handout/BASARNAS/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Nachwuchs der Bundespolizei feierlich in Swisttal vereidigt
Aktuell

275 Anwärterinnen und Anwärter legen im Jubiläumsjahr „75 Jahre Bundespolizei“ ihren Diensteid ab

weiterlesen...
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Neue Nachhaltigkeitskarte der Klimaregion Rhein-Voreifel veröffentlicht
Aktuell

Bürgerinnen und Bürger können aktiv mitgestalten

weiterlesen...

Neueste Artikel

Bahn setzt auf Augenmaß bei Kontrollen gegen Alkohol
Aus aller Welt

An rund 5.700 Bahnhöfen gilt nun ein Alkoholverbot – auch an Spieltagen der Fußball-Bundesliga. Die Bahn will Verstöße mit Augenmaß ahnden.

weiterlesen...
Schuldach in Pakistan stürzt ein - Mindestens 28 Schüler tot
Aus aller Welt

Sie waren im Unterricht, als das Dach ihrer Schule einstürzte: Viele Schüler im Alter von bis zu 12 Jahren und eine Lehrerin sind gestorben. Unter den Trümmern werden noch weitere Menschen vermutet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bahn setzt auf Augenmaß bei Kontrollen gegen Alkohol
Aus aller Welt

An rund 5.700 Bahnhöfen gilt nun ein Alkoholverbot – auch an Spieltagen der Fußball-Bundesliga. Die Bahn will Verstöße mit Augenmaß ahnden.

weiterlesen...
Schuldach in Pakistan stürzt ein - Mindestens 28 Schüler tot
Aus aller Welt

Sie waren im Unterricht, als das Dach ihrer Schule einstürzte: Viele Schüler im Alter von bis zu 12 Jahren und eine Lehrerin sind gestorben. Unter den Trümmern werden noch weitere Menschen vermutet.

weiterlesen...