1. Oktober 2025 / Aus aller Welt

Bundesbürger blicken immer pessimistischer in die Zukunft

Die eigene Zukunft, die Entwicklung des Landes, die Weltlage: Der Blick der Deutschen trübt sich zunehmend ein. Dies spiegelt einen weltweiten Trend wider.

Nur noch 40 Prozent der Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge positive Erwartungen für die eigene Zukunft. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 1. Oktober 2025 um 04:30 Uhr

Die Bundesbürger blicken immer sorgenvoller in die Zukunft: Nur noch 40 Prozent der Menschen haben einer Umfrage zufolge positive Erwartungen für die eigene Zukunft und die ihrer Familie in den nächsten zwölf Monaten, so ein Resultat einer weltweiten Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ipsos.

Vor einem Jahr blickten demnach noch 53 Prozent der Deutschen - immerhin mehr als die Hälfte - optimistisch in die Zukunft. Der Wert fiel also seit 2024 um 13 Prozentpunkte. Auch im globalen Durchschnitt sank der Anteil der Optimisten in dem Zeitraum, um 8 Prozentpunkte auf 59 Prozent.

Gefühl, dass sich die Welt zu schnell verändert

Mit noch größerer Skepsis blicken die Bundesbürger auf die Entwicklung in Deutschland. Diese bewerten nur noch 22 Prozent der Befragten optimistisch, 45 Prozent sind dagegen explizit pessimistisch gestimmt.

Die Weltlage beurteilen der repräsentativen Online-Befragung zufolge sogar nur noch 14 Prozent optimistisch - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte. Im weltweiten Durchschnitt sehen immerhin noch 29 Prozent der Menschen die Zukunft hoffnungsvoll, so die auf 43 Ländern beruhende neue Ausgabe von Ipsos Global Trends 2025.

Generell haben in Deutschland 82 Prozent der Menschen das Gefühl, dass sich die Welt zu schnell verändert. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. 

Vor allem Männer und Gutverdiener sind sehr stolz auf Deutschland

Sehr stolz auf ihr Land sind der Befragung zufolge 39 Prozent der Deutschen. Mit 49 Prozent gibt dagegen fast die Hälfte der Befragten das Gegenteil an, der Rest ist unentschieden. Der Wert liegt demnach deutlich unter dem globalen (65 Prozent) und auch unter dem EU-weiten Durchschnitt (59 Prozent).

Auffallend ist dabei die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern und den Einkommensklassen: Während sich 47 Prozent der deutschen Männer und 45 Prozent der Gutverdiener als sehr stolze Patrioten bezeichnen, sind es bei den Frauen lediglich 31 Prozent und bei den Geringverdienern 30 Prozent.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 23. Mai und dem 6. Juni rund 1.000 Menschen in Deutschland im Alter von 16 bis 74 Jahren online befragt. Weltweit wurden 33.083 Personen in 43 Ländern befragt. Die Stichproben sind laut Ipsos in 20 der 43 Länder repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der untersuchten Altersgruppen, darunter Deutschland.


Bildnachweis: © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn
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