Bei einem Schießtraining auf dem Truppenübungsplatz Putlos der Bundeswehr bei Oldenburg in Holstein ist ein Angehöriger von Spezialkräften der Bundespolizei am Montagabend tödlich verletzt worden. Erste Erkenntnisse deuten auf einen Unfall hin, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten. Noch am Abend seien Ermittlungen eingeleitet worden. Weitere Details etwa zu Alter und Wohnort machten die Behörden mit Verweis auf die aktuelle Ermittlungsphase nicht. Auch zu welcher Einheit der Mann gehörte und zu der Frage, was für ein Schießtraining stattfand, sagten die Ermittler aus Schleswig-Holstein nichts. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem sehr tragischen Unfall bei einer Schießübung der GSG 9. «Dabei ist ein Polizist der GSG 9 ums Leben gekommen. Ich bin tief erschüttert über dieses schreckliche Ereignis.» Seine Gedanken und Gebete seien bei der Familie des verstorbenen Polizisten. Die GSG 9 ist eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von Terrorismus. Die Bundespolizei in Berlin teilte mit, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen keine weiteren Auskünfte erteilt würden. Sie verwies darauf, dass die Polizei des Landes Schleswig-Holstein die Ermittlungen führe. Der Truppenübungsplatz Putlos der Bundeswehr unweit der Insel Fehmarn ist nach Angaben der Bundeswehr flach und nur leicht hügelig mit geringem Baumbestand. Er umfasst zudem Strandgebiete und Steilküsten. Hier können Einsatzkräfte demnach komplexe Lagen trainieren und verschiedene Schießtrainings absolvieren. Tödliche Schüsse bei Übungen und Trainings gelten als seltene Ausnahmen – doch immer wieder haben Missverständnisse, Unachtsamkeit oder Fehler schwere Folgen. In Putlos etwa kam es im Juni 2022 bereits einmal zu einem Vorfall mit einer Waffe. Damals traf ein Ausbilder während eines Trainings unbeabsichtigt einen Polizeischüler am Oberarm. Dieser wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Im Februar 2019 wurde ein 21 Jahre alter Polizeischüler in einer Kaserne in Würzburg (Bayern) von einem Kollegen erschossen. Beide hätten aus Spaß einen Schuss simuliert. Dem damals 19-Jährigen sei nicht bewusst gewesen, dass sich eine Kugel im Lauf der Waffe befand. Wegen fahrlässiger Tötung erhielt der Polizeischüler eine Jugendstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe. In Bonn (Nordrhein-Westfalen) wurde im Oktober 2018 ein 23-jähriger Polizist auf dem Weg zum Schießtraining von seinem Kollegen von hinten mit der schussbereiten Dienstwaffe in den Nacken geschossen. Er erlag seiner Verletzung. Der Schütze erhielt eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung.Weitläufiges Gelände mit Vielzahl an Schießmöglichkeiten
Tödliche Schüsse bei Trainings sind selten, kommen aber vor
Bildnachweis: © Markus Scholz/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Polizist der GSG 9 bei Schießtraining tödlich verletzt
Bei einem Schießtraining auf dem Truppenübungsplatz Putlos ist ein Angehöriger der Bundespolizei tödlich verletzt worden. Erste Hinweise deuten auf einen Unfall hin, doch viele Fragen bleiben offen.
Meistgelesene Artikel
- 6. Mai 2026
Betrug durch falsche Spendensammler
Polizei warnt vor dreister Betrugsmasche
Hinweise erbeten
Im gesamten Rhein-Sieg-Kreis kommt es im Mai und Juni 2026 aufgrund der Feiertage zu Verschiebungen bei der Müllabfuhr
Neueste Artikel
Die Sendesignale des freigelassenen Wolfes reißen plötzlich ab. Das junge Tier ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Umweltbehörde geht nicht von einem Defekt des Senders aus.
- 5. Juni 2026
Tod der elfjährigen Lyhanna erschüttert Frankreich
Der Tod des Mädchens sorgt in Frankreich für Entsetzen: Trotz mehrerer Anzeigen blieb der Verdächtige unbehelligt. Was Präsident Macron jetzt fordert.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Die Sendesignale des freigelassenen Wolfes reißen plötzlich ab. Das junge Tier ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Umweltbehörde geht nicht von einem Defekt des Senders aus.
- 5. Juni 2026
Tod der elfjährigen Lyhanna erschüttert Frankreich
Der Tod des Mädchens sorgt in Frankreich für Entsetzen: Trotz mehrerer Anzeigen blieb der Verdächtige unbehelligt. Was Präsident Macron jetzt fordert.

