20. September 2025 / Aus aller Welt

CDU-Gesundheitspolitikerin: Rauchverbot im Auto wäre Placebo

Schätzungen zufolge sind rund eine Million Minderjährige Tabakrauch im Auto ausgesetzt. Ein Verbot reiche jedoch nicht, sagt CDU-Politikerin Simone Borchardt.

Ein Rauchverbot im Auto soll Schwangere und Minderjährige vor den Gefahren des Passivrauchens schützen, die CDU-Politikerin Borchardt warnt vor Symbolpolitik. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 20. September 2025 um 01:05 Uhr

Für die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt, greift der Vorstoß mehrerer Länder für ein Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren zu kurz. Deren Schutz vor Tabakrauch sei zweifellos ein wichtiges Anliegen, sagte die CDU-Politikerin der Funke Mediengruppe. «Ein ausschließliches Verbot im Auto wäre ein Placebo», im Mittelpunkt müsse jedoch die Prävention stehen.

Mehrere Länder – darunter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – unternehmen einen neuen Anlauf für ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Erwartungen auf freiwilliger Rücksichtnahme hätten sich nicht erfüllt, heißt es in dem Gesetzentwurf. Somit soll der Antrag zur Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes am 26. September unverändert erneut in den Bundesrat eingebracht werden. Stimmt die Länderkammer zu, muss sich der Bundestag mit dem Vorschlag befassen.

Präsident der Bundesärztekammer: Verbot ist «überfällig»

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, nannte die Initiative «überfällig». In Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren nicht zu rauchen, sollte selbstverständlich sein. «Wo diese Einsicht fehlt, muss der Staat eingreifen», sagte er der Funke-Mediengruppe.

Borchardt zufolge ist jedoch nicht nur eine Einzelmaßnahme, sondern eine umfassende Strategie notwendig. Viele Kinder seien auch zu Hause oder in einem anderen Umfeld Tabakrauch ausgesetzt. «Wir müssen verhindern, dass Menschen überhaupt mit dem Rauchen beginnen und gleichzeitig allen, die aussteigen wollen, bessere Unterstützung bieten», sagte sie. «Gesundheitspolitik darf nicht bei symbolischen Einzelmaßnahmen stehenbleiben.»


Bildnachweis: © Katharina Kausche/dpa
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