5. Juli 2026 / Aus aller Welt

Dürre im Süden und Osten – kaum Entspannung in Sicht

Süddeutschland leuchtet auf der Dürrekarte tiefrot: Um den Mangel auszugleichen, bräuchte es einen ziemlich niederschlagsreichen Sommer. Was das für Felder, Wälder und Flüsse bedeutet.

Pflanzen wie Mais leiden unter der Trockenheit im Boden.
Veröffentlicht am 5. Juli 2026 um 04:30 Uhr

Deutschlands Böden sind trocken – besonders im Süden und Osten des Landes. Das liege jedoch weniger an der vergangenen heftigen Hitzewelle, sondern eher daran, dass es in den vergangenen acht Monaten zu wenig Niederschläge gegeben habe, erklärte Andreas Marx, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung den Dürremonitor betreibt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

«Was die Hitzewelle macht, ist das Ausprägen einer Blitzdürre im Oberboden. Also diese obersten 25 Zentimeter, teilweise auch noch ein bisschen tiefer, also bis 30, 40 Zentimeter.» Bei hohen Temperaturen verdunste mehr Wasser und die Pflanzen verbrauchten mehr. «Wo in den oberen Schichten noch Wasser war, geht das relativ schnell verloren.»

Außergewöhnliche Dürre im Süden

In die tieferen Schichten des Bodens passe grundsätzlich ein ganzer Jahresniederschlag. Doch der Grundwasserstand sei niedrig, nachdem es seit Herbst 2025 wenig geregnet habe. Auf den Karten des Dürremonitors zur Bodenfeuchtigkeit bis etwa 1,80 Meter in die Tiefe ist der südlichste Teil Deutschlands tiefrot eingefärbt – was außergewöhnliche Dürre markiert.

«So ein Defizit löst sich normalerweise nicht über den Sommer auf. Im Sommer werden die Böden immer trockener», erklärte Marx. «Jetzt ist die Bodenfeuchte so niedrig, dass es einen extrem nassen Sommer bräuchte, um das wieder auszugleichen – und das ist eher unwahrscheinlich.»

Folgen für Wälder, Flüsse und Landwirtschaft

Für das Ökosystem Wald sei die Situation eine Belastung. Es drohten Dürreschäden und indirekte Folgen wie Borkenkäfer-Befall. Zudem drohe der schon jetzt niedrige Wasserstand der Flüsse noch weiter zu fallen. «Der Anteil des Wassers in den Flüssen, das aus dem Grundwasser kommt, ist hoch», so der Experte. Mit sinkendem Grundwasserstand erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit für Niedrigwasser. Das könne Folgen für die Wirtschaft haben, wenn etwa Schiffe nicht mehr voll beladen werden können.

Für die Landwirtschaft sieht Marx mit Blick auf die Sommerkulturen wie Mais oder Zuckerrüben Herausforderungen durch die Trockenheit. Es sei mit Ernteeinbußen zu rechnen, wenn nicht überdurchschnittliche Niederschläge in den kommenden Wochen oder Monaten kämen.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Herzlich willkommen, VR-Bank Bonn Rhein-Sieg eG
Neuer Partner

Deine Finanzen in guten Händen – beim Team der VR-Bank Bonn Rhein-Sieg eG - Geschäftsstelle Meckenheim

weiterlesen...
Verkehrsunfall auf der L261
Mitteilung der Polizei

65-jähriger Leichtkraftradfahrer lebensgefährlich verletzt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Behindertenbeauftragter: Vielerorts gehen Aufzüge oft nicht
Aus aller Welt

Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.

weiterlesen...
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Aus aller Welt

Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Behindertenbeauftragter: Vielerorts gehen Aufzüge oft nicht
Aus aller Welt

Der ADAC hat stichprobenartig Haltestellen untersucht, ob sie für Menschen mit Behinderung gut zu erreichen sind. Wie das Ergebnis ausfällt und welche Reaktionen es gibt.

weiterlesen...
Anwalt: Tate-Brüder wollen sich Auslieferung widersetzen
Aus aller Welt

Nach ihrer Festnahme in den USA sitzen die Influencer Andrew und Tristan Tate laut ihres Anwaltes in Einzelzellen. Die britische Anklagebehörde will sie vor Gericht stellen.

weiterlesen...