19. März 2026 / Aus aller Welt

Erstmals «Nobelpreis der Mathematik» für Deutschen

Einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht, aber der Preis, der am ehesten damit vergleichbar ist, geht in diesem Jahr erstmals an einen Deutschen.

Der Mathematiker Gerd Faltings wird als erster Deutscher mit dem Abelpreis ausgezeichnet (Archivbild).
Veröffentlicht am 19. März 2026 um 12:50 Uhr

Erstmals erhält ein Deutscher den oft «Nobelpreis der Mathematik» genannten Abelpreis. Der Bonner Mathematiker Gerd Faltings werde die Auszeichnung am 26. Mai in Anwesenheit von König Harald V. in Oslo erhalten, teilten die Norwegische Akademie der Wissenschaften und die Universität Bonn mit. Der 71 Jahre alte Faltings ist emeritierter Professor der Uni Bonn und früherer Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn.

Der Abelpreis zählt zu den hochrangigsten Mathematikpreisen - einen echten Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht. Gestiftet wurde er anlässlich des 200. Geburtstages des norwegischen Mathematikers Niels Henrik Abel (1802-1829) von der norwegischen Regierung. Er ist mit 7,5 Millionen norwegischen Kronen (etwa 670.000 Euro) dotiert. In seiner Begründung würdigt das Preiskomitee Faltings als «herausragende Persönlichkeit der arithmetischen Geometrie». Seine Ideen und Resultate hätten das Fachgebiet geprägt und zur Lösung von seit langem offenen Vermutungen geführt. 

Faltings war bereits der erste Deutsche, der 1986 die Fields-Medaille erhielt, eine ähnlich wichtige Auszeichnung auf dem Feld der Mathematik. Faltings wurde 1954 in Gelsenkirchen geboren und nahm als Schüler zweimal am Bundeswettbewerb Mathematik des Stifterverbandes teil. Nach dem Abitur studierte er Mathematik und Physik in Münster, war 1978/79 Gast an der Harvard-Universität und habilitierte 1981. Es folgten Professuren in Wuppertal und an der Princeton University in den USA. 

Nach Deutschland kehrte Faltings 1994 zurück und war bis zu seiner Emeritierung 2023 als Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn und als Professor an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn tätig.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
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