24. Februar 2025 / Aus aller Welt

EU-Staaten setzen Tanker «Eventin» auf Sanktionsliste

Die EU-Staaten haben Maßnahmen gegen den vor Rügen havarierten Tanker «Eventin» beschlossen. Der ist schon seit Wochen von deutschen Behörden festgesetzt - Ausgang weiter unklar.

Die «Eventin» trieb im Januar stundenlang manövrierunfähig in der Ostsee. (Archivbild)
Veröffentlicht am 24. Februar 2025 um 14:56 Uhr

Die EU-Staaten haben den vor Rügen havarierten Öltanker «Eventin» auf die Liste der Sanktionen gegen Russland gesetzt. Er ist damit eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten Schattenflotte, gegen die Sanktionen gelten. Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» berichtet.

Mit Schattenflotte sind Schiffe gemeint, die Russland nutzt, um einen westlichen Preisdeckel für russische Ölexporte in Drittstaaten zu umgehen. Diese oft überalterten Tanker sind nicht in der Hand westlicher Reedereien und häufig ohne ausreichenden Versicherungsschutz unterwegs.

«Eventin» soll Teil der berüchtigten russischen Schattenflotte sein

Experten und Umweltschützer warnen vor erheblichen Risiken für die Schifffahrt und die Umwelt, da viele dieser Schiffe technische Mängel aufweisen und teils ohne automatisches Identifikationssystem fahren.

Die «Eventin» soll Teil dieser berüchtigten russischen Schattenflotte sein und trieb im Januar stundenlang manövrierunfähig in der Ostsee - sämtliche Systeme waren ausgefallen. Deutsche Einsatzkräfte sicherten den Tanker und schleppten ihn in ein Gebiet vor Rügen unweit der Stadt Sassnitz. Seitdem liegt er dort.

EU-Dienstleistungen für Schattenflotte verboten

Die Hauptmaschine des Schiffs läuft zwar längst wieder, und der Kapitän hat um Erlaubnis zum Auslaufen gebeten. Deutsche Behörden haben dies allerdings bislang untersagt. Das Schiff ist seit Wochen festgesetzt. Nach Behördenangaben laufen technische und Zollprüfungen. Nach früheren Angaben ging es etwa um die Seetüchtigkeit und die Frage, ob es sich bei den rund 100.000 Tonnen Öl an Bord der «Eventin» um russisches Öl handelt und das Öl-Embargo der EU verletzt wird.

Nach EU-Angaben dürfen die Schiffe auf der Sanktionsliste keine EU-Häfen anlaufen und sind innerhalb der EU von einer Vielzahl von Dienstleistungen ausgeschlossen, etwa von Versicherungsleistungen. Auch die technische Unterstützung oder die Versorgung der Schiffe sind demnach davon betroffen. Was das konkret für die «Eventin» bedeutet, war zunächst unklar.


Bildnachweis: © Stefan Sauer/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Meckenheimer Blütenfest 2026
Veranstaltung

Ein vielfältiges Programm voller Aktionen und Attraktionen für die ganze Familie

weiterlesen...
Willkommen in der Meckenheim App, Haarscharf by André
Neuer Partner

Haarscharf by André – dein Spezialist für Premium Extensions

weiterlesen...
Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Aus aller Welt

Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Sparkassen-Coup: Erste Kunden bekommen Dokumente zurück
Aus aller Welt

Nach dem Millionen-Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen bekommen die ersten Kunden am Freitag Wertsachen aus ihren aufgebrochenen Fächern zurück. Die Einbrecher hatten sie zurückgelassen.

weiterlesen...
Hubig zu Fußfessel: «Verachtung gegenüber Frauen nimmt zu»
Aus aller Welt

Künftig sollen Opfer häuslicher Gewalt ihre Peiniger mit einer Fußfessel auf Abstand halten können. Die Justizministerin hält das nur für einen ersten Schritt - und sieht ein «Massenphänomen».

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Sparkassen-Coup: Erste Kunden bekommen Dokumente zurück
Aus aller Welt

Nach dem Millionen-Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen bekommen die ersten Kunden am Freitag Wertsachen aus ihren aufgebrochenen Fächern zurück. Die Einbrecher hatten sie zurückgelassen.

weiterlesen...
Hubig zu Fußfessel: «Verachtung gegenüber Frauen nimmt zu»
Aus aller Welt

Künftig sollen Opfer häuslicher Gewalt ihre Peiniger mit einer Fußfessel auf Abstand halten können. Die Justizministerin hält das nur für einen ersten Schritt - und sieht ein «Massenphänomen».

weiterlesen...