In der Debatte über strengere Regeln für soziale Netzwerke für Jugendliche hat die Co-Vorsitzende der Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt, Nadine Schön, die Politik aufgefordert, die Arbeit des Gremiums abzuwarten. «Ich rate der Politik dringend, uns in Ruhe arbeiten zu lassen», sagte sie dem «Tagesspiegel». Hintergrund sind Forderungen nach schnellerem Handeln, etwa von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). «Es wäre wichtig, dass die Expertenkommission schon eher zu Ergebnissen kommt», hatte Schwesig gesagt. Schön verwies dagegen auf den vereinbarten Zeitrahmen. «Vereinbart war, dass wir für unsere Arbeit ein knappes Jahr Zeit haben. Dabei muss es auch bleiben.» Die Mitglieder leisteten die Aufgabe im Ehrenamt und hätten zahlreiche andere Verpflichtungen. «Ich erwarte ein bisschen Respekt vor der Zeit und dem Engagement der Fachleute.» Zudem gehe es bei der Arbeit der Kommission um mehr als nur ein mögliches Mindestalter für soziale Netzwerke, «sondern viel umfassender um Schutz, Befähigung und Teilhabe in der digitalen Welt», sagte Schön. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mit 18 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis soll bis zum Sommer Empfehlungen für besseren Kinder- und Jugendschutz im Netz vorlegen. Teile der Ergebnisse will das Gremium nun früher veröffentlichen. «Die konkreten Handlungsempfehlungen und die Bestandsaufnahme zum Ist-Zustand bei Jugendmedienschutz werden wir jetzt vorziehen», sagte Schön. Ziel sei es, beides vor der parlamentarischen Sommerpause vorzulegen. «Wir haben also durchaus auf das Bedürfnis nach Eile reagiert.»«Erwarte ein bisschen Respekt»
Teile der Ergebnisse kommen früher
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Expertin mahnt Politik bei Social-Media-Debatte zu Geduld
Die Expertenkommission zum Jugendschutz im Netz will sich nicht hetzen lassen. Einige Empfehlungen sollen trotzdem früher veröffentlicht werden.
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