26. Mai 2026 / Aus aller Welt

Rauchen nimmt bei Jugendlichen laut Umfrage zu

Eine Umfrage unter Jugendlichen zeigt: Es wird wieder mehr geraucht. Vor allem Vapen ist bei ihnen angesagt – für den Bundesdrogenbeauftragten ein Warnsignal.

Streeck fordert unter anderem eine Erhöhung der Tabaksteuer.
Veröffentlicht am 26. Mai 2026 um 13:59 Uhr

Jugendliche rauchen wieder mehr. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Demnach hat 2025 fast jeder Zehnte (9,6 Prozent) der 12- bis 17-Jährigen Nikotinprodukte konsumiert – 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Vor allem der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeuteln habe deutlich zugenommen, obwohl sie extrem ungesund seien und schnell abhängig machten, betonte das BIÖG anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai. 

In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen dagegen sank der Anteil der Raucher im betrachteten Zeitraum von 29,8 Prozent auf 26,3 Prozent. Für die «Drogenaffinitätsstudie 2025» hat das BIÖG von April bis Juli 2025 insgesamt 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Streeck: Nikotinprodukte werden gezielt attraktiv gemacht

«Die Drogenaffinitätsstudie ist ein klares Warnsignal», sagte der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, bei der Vorstellung der Umfrage in Köln. «Jugendliche rauchen und vapen wieder häufiger, und Nikotinprodukte sind für junge Menschen heute leichter sichtbar, leichter verfügbar und oft gezielt attraktiv gemacht», kritisierte der CDU-Bundestagsabgeordnete. «Deshalb brauchen wir klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung.»

Auch das Statistische Bundesamt berichtet auf Grundlage der Ergebnisse des Mikrozensus, unter jüngeren Menschen sei das Rauchen wieder etwas stärker verbreitet. 15,6 Prozent der 15- bis 24-Jährigen hätten 2025 demnach zumindest gelegentlich geraucht, nach 14,5 Prozent 2021. Von den 15- bis 17-Jährigen seien 5 Prozent Raucher. In anderen Altersgruppen liegt der Raucheranteil jedoch weiterhin deutlich höher, so rauchten unter den Menschen zwischen 40 und 44 im Jahr etwa 26 Prozent zumindest gelegentlich. Im gesamten Durchschnitt der Bevölkerung rauchte fast ein Fünftel (19,1 Prozent).

Die Ergebnisse der BIÖG-Umfrage und des Mikrozensus seien aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden nicht direkt miteinander vergleichbar, erklären beide Institutionen. So sind etwa die Altersgruppen unterschiedlich zugeschnitten.

E-Produkte oft Einstieg in späteren Tabakkonsum

Laut der BIÖG-Befragung ist vor allem das Vapen bei jungen Menschen auf dem Vormarsch. So sei der Anteil der Konsumenten von Mehrweg-E-Zigaretten bei männlichen Jugendlichen seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen. Bei Mädchen erhöhte er sich sogar von 1,8 auf 7,8 Prozent. 

E-Zigaretten seien oft der Einstieg in einen späteren Tabakkonsum, sagte der kommissarische Leiter des BIÖG, Johannes Nießen. «Jugendliche, die E-Produkte konsumieren, haben ein dreifach höheres Risiko später Tabak zu rauchen im Vergleich zu nicht rauchenden Jugendlichen.» Über diese Gefahren kläre das BIÖG gezielt in Schulen und Social-Media-Kanälen auf. 

Bundesregierung will einige Inhaltsstoffe verbieten

Wenn Nikotin «nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol» schmecke, senke das die Hemmschwelle und mache Nikotin für junge Menschen attraktiv, sagte Streeck. «Zum Teil sind diese Zusatzstoffe gesundheitsschädlich oder krebserregend und gehören nicht in die Lungen – erst recht nicht in die Lunge von Jugendlichen.» Das Bundesernährungsministerium hatte im Januar einen Verordnungsentwurf vorgelegt, nach dem 13 Inhaltsstoffe verboten werden sollen, darunter Menthol. 

Streeck sprach sich zudem für eine Erhöhung der Tabaksteuer aus – wie im Haushaltseckpunktepapier der Bundesregierung vorgesehen. Die zusätzlichen Einnahmen sollten in Prävention und Hilfsangebote fließen, forderte Streeck.

Nach Angaben von Nießen sterben jährlich rund 130.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Tabakkonsum. Das seien 14 Prozent aller Todesfälle. Rauchen sei das größte vermeidbare Risiko für einen vorzeitigen Tod.


Bildnachweis: © Thomas Banneyer/dpa
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