2. Januar 2026 / Aus aller Welt

Wieder Schließfächer in Nordrhein-Westfalen aufgebrochen

Nach dem Tresor-Coup von Gelsenkirchen wird in mehreren NRW-Städten wegen geplünderter Bank-Schließfächer ermittelt. Die genaue Höhe der Beute ist zumeist noch nicht bekannt.

Ein Zettel mit der Aufschrift «Bis auf Weiteres bleibt diese Filiale geschlossen» hängt am Eingang der Sparkassen-Filiale Gelsenkirchen-Buer.
Veröffentlicht am 2. Januar 2026 um 15:00 Uhr

Schon wieder sind Schließfächer in einer Bankfiliale in Nordrhein-Westfalen aufgebrochen worden. Nach einem Fall in Bonn und dem spektakulären Tresor-Coup in Gelsenkirchen ist binnen weniger Tage in Halle in Westfalen bei Bielefeld der dritte Fall bekanntgeworden. 

Aufbruch während der Geschäftszeit in Halle 

Vier Schließfächer sind dort nach ersten Erkenntnissen am Dienstagmittag während der Geschäftszeit der Filiale aufgebrochen worden. Wie der oder die Täter in den Schließfachbereich gelangt ist beziehungsweise sind, sei noch unklar. Die Polizei bittet Zeugen, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Verdacht gegen Ex-Mitarbeiter in Bonn

Nach einem Golddiebstahl aus zwei Schließfächern einer Sparkassenfiliale in Bonn verdächtigen die dortigen Ermittler einen 22-jährigen Ex-Mitarbeiter. Am 17. Dezember erhielt die Polizei Kenntnis von dem Aufbruch der Schließfächer, aus denen Gold mit einem hohen Gesamtwert entwendet worden sei. 

«Flut an Hinweisen» in Gelsenkirchen

Im Einbruchsfall in Gelsenkirchen, bei dem Täter fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer einer Sparkasse-Filiale aufgebrochen haben, gehen die Ermittler einer «Flut» an Hinweisen nach. Eine heiße Spur zu den unbekannten Tätern gibt es den Angaben der dortigen Ermittler zufolge bislang aber nicht. 

«Das reißt gar nicht mehr ab», sagte ein Polizeisprecher zu den Hinweisen. Dabei gebe es ein breites Spektrum. So meldeten sich auch Sachverständige und Ermittler aus anderen Bundesländern. Anderen Hinweisgebern seien Kleinigkeiten auf kursierenden Aufnahmen aus der Tiefgarage aufgefallen. 

Auch weißer Transporter im Fokus

«Wir haben viele Hinweise aus vielen Richtungen», sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler prüften, ob die Täter auch einen weißen Transporter bei dem spektakulären Einbruch in die Filiale eingesetzt haben. «Wir halten es für möglich, dass der Transporter an der Tat beteiligt war», erklärte der Sprecher. 

Ihren großen Spezialbohrer für das gewaltige Loch in der Wand zum Tresorraum ließen die Täter nicht am Tatort zurück. Die Polizei hatte am Dienstag von einem schwarzen hochmotorisierten Auto mit maskierten Männern berichtet, das auf Videoaufnahmen im angrenzenden Parkhaus zur Bankfiliale zu sehen sei. 

Einbruch über mehrere Tage?

Die Täter drangen in einen Archivraum ein, wo sie das große Loch hin zum Tresorraum bohrten. Den Einbruch entdeckten Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen infolge eines Alarms der Brandmeldeanlage. Die Beutetour zog sich möglicherweise über Tage hin: Zeugen beobachteten in der Nacht auf Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses.

Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben, könnte aber auch deutlich darüber liegen. Die Sparkassenfiliale ist vorerst geschlossen. Anfang der Woche hatten sich vor der Filiale viele besorgte Kunden versammelt, die Informationen einforderten. 

Filiale immer noch geschlossen 

Wann die Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer wieder öffnet, war kurz vor dem Wochenende weiter unklar. «Wir prüfen gerade, wann wir sie öffnen können», sagte ein Sprecher der Bank. Dabei seien mehrere Aspekte zu beachten. Die Hotline für Kunden werde sehr gut angenommen. Mit mehr als 1.000 Kunden sei bereits auf diesem Weg gesprochen worden, erklärte er.


Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
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