28. April 2026 / Aus aller Welt

Französischer Cold Case: Festnahme nach 20 Jahren

Vor zwei Jahrzehnten wurde ihre Leiche in Müllsäcken in einer Regentonne in Frankreich gefunden. Doch die Identität der Frau war für die Behörden ein Rätsel - bis jetzt.

Sitz von Interpol in Lyon (Archivbild). Vor mehr als 20 Jahren wurde ihre Leiche in einer Regentonne in Frankreich gefunden - nun ist die Frau identifiziert und ein Verdächtiger geschnappt.
Veröffentlicht am 28. April 2026 um 17:17 Uhr

Mehr als zwanzig Jahre nach ihrem gewaltvollen Tod ist ein Opfer in Frankreich identifiziert und ein Verdächtiger festgenommen worden. Das teilte die weltgrößte Polizeiorganisation Interpol mit, die an der Aufklärung des Falls mitgewirkt hatte. Die Frau war Anfang 2005 verstümmelt in einer Regenwassertonne in Saint-Quirin einige Dutzende Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gefunden worden. Ihre Leiche war in Müllbeutel verpackt und mit Seilen verschnürt worden. 

«Identify Me»-Aktion sucht Hinweise zu ungelösten Frauenmorden 

Über zwei Jahrzehnte blieb die Identität der Frau ungeklärt. Interpol nahm den Fall in die Kampagne «Identify Me» auf, bei der öffentlich Hinweise zu mehr als 40 nicht identifizierten Frauenleichen in Europa gesucht werden. Nun konnte die Identität der Frau geklärt und erstmals seit Start der Kampagne zu lange zurückliegenden Frauenmorden, an der auch Deutschland beteiligt ist, ein Verdächtiger festgenommen werden. 

An der Aktion «Identify Me» sind neben Deutschland auch die belgische, niederländische, italienische, französische und spanische Polizei beteiligt. Die meisten der gesuchten Frauen seien ermordet worden oder unter verdächtigen oder nicht geklärten Umständen gestorben, heißt es von Interpol. Neun von ihnen waren in Deutschland gefunden worden. 

Auf der Kampagnenwebseite hat Interpol Gesichtsrekonstruktionen sowie Bilder von Schmuckstücken und Kleidung veröffentlicht, die bei den Frauen gefunden wurden. Mittlerweile konnten die Behörden fünf der Leichen identifizieren. Bei den übrigen Fällen bittet Interpol weiterhin um Hinweise.


Bildnachweis: © Rachel Sommer/dpa
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