18. April 2026 / Aus aller Welt

Greenpeace: Kaum Überlebenschancen für Buckelwal

Eine private Initiative versucht den vor Poel gestrandeten Buckelwal zu befreien und lebend abzutransportieren. Greenpeace hält die Überlebenschancen des Tieres für gering - aus mehreren Gründen.

Am Freitag lief die private Rettungsaktion des vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwals weiter auf Hochtouren.
Veröffentlicht am 18. April 2026 um 02:00 Uhr

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht wenig Chancen für eine Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Wals durch die private Initiative. «Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering», sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist.

Die Überlebenschancen des Tieres bei einem erfolgreichen Rettungsversuch seien demnach gering. Das gelte erst recht für die Möglichkeiten des Wals im Atlantik - sollte er dorthin gelangen.

Der tonnenschwere Meeressäuger werde durch verschiedene Faktoren geschwächt. Der Wal könne aktuell keine Nahrung aufnehmen und hungere - der Ernährungszustand sei entsprechend schlecht, sagte der Umweltschützer.

Hinzu kommen die Reste eines Netzes im Maul des Wals: «Wir wissen nicht was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt - das wissen wir nicht.»

Wal hat möglicherweise Wasser in der Lunge

Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dadurch sei die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoff-Austausch über die Lungenoberfläche stark eingeschränkt, sagte der Sprecher. Dadurch werde das ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächte Tier zusätzlich beeinträchtigt. «Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben.»

Den Transport schätzt er als riskant ein. «Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht - das ist nicht ohne.» Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt, so eine Sprecherin.

Experten: Wal geschwächt und krank

Bislang hatten Experten erklärt, dem geschwächten Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier war bereits mehrfach gestrandet. Der Wal liegt am Samstag bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Mittwoch überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell.


Bildnachweis: © Jens Büttner/dpa
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