Ob an Badeseen, in Freibädern, Parks oder Biergärten - viele Menschen hat es bei Temperaturen von teils deutlich über 30 Grad am Wochenende nach draußen gezogen. Pünktlich zum astronomischen Sommeranfang am 21. Juni war es sonnig und heiß. Zum Start in die neue Woche soll es allerdings «wettertechnisch turbulent» werden, wie Meteorologe Thore Hansen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach ankündigt. Es werden Gewitter erwartet und es soll für diese Jahreszeit ungewöhnlich stürmisch werden. Vorher suchten viele Menschen Abkühlung, wobei es auch zu tödlichen Badeunfällen kam. Nach einem solchen Unfall in einem Freibad in Frankfurt-Rödelheim kam ein neunjähriges Mädchen ums Leben. Bei einem Badeunfall im Rather See im rechtsrheinischen Teil von Köln starb ein dreijähriger Junge. Das Kind sei mutmaßlich ertrunken, teilte die Polizei mit. Für Sonntag wurden im Südwesten Deutschlands örtlich bis zu 37 Grad erwartet - das wäre die bundesweit höchste Temperatur im bisherigen Jahr. Im Juni war es in der Vergangenheit aber auch schon heißer: Am 30. Juni 2019 waren in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt 39,6 Grad gemessen worden. Der Allzeit-Hitzerekord für Deutschland liegt sogar noch höher: Am 25. Juli 2019 wurden jeweils 41,2 Grad an den DWD-Wetterstationen Tönisvorst und Duisburg-Baerl (beides Nordrhein-Westfalen) registriert. Deutscher Temperatur-Spitzenreiter am Samstag war nach vorläufigen DWD-Angaben mit 32,8 Grad der Ort Wutöschingen-Ofteringen - gelegen in Baden-Württemberg nahe der Grenze zur Schweiz. Vielerorts wurden am Samstag Temperaturen um die 30 Grad registriert. Im Bergland, an den Küsten und im Südosten Deutschlands lagen die Temperaturen dagegen bei 20 bis 25 Grad Celsius. Der DWD warnte auch am Sonntag auf seiner Internetseite vor starker Wärmebelastung in vielen Regionen. Abseits des Nordwestens Deutschlands komme es zudem zu einer ungewöhnlich hohen UV-Intensität. DWD-Meteorologin Sonja Stöckle empfahl, am Sonntag zwischen den Mittags- und frühen Abendstunden nicht in die direkte Sonne zu gehen. «Es empfiehlt sich auch immer viel zu trinken, nur auf Alkohol sollte dabei verzichtet werden.» Zum Ausklang des Wochenendes rechnete der DWD mit einem Wetterumschwung. Von Sonntagnachmittag an soll es von Nordwesten her kräftige Gewitter, lokal auch Unwetter, geben. In der Nacht zum Montag wandern die Gewittern südostwärts, wie es in der Vorhersage von Meteorologe Thore Hansen hieß. Montagmorgen soll es im Südosten teils starke Gewitter geben. «Ab dem frühen Nachmittag entstehen etwa südöstlich einer Linie Bodensee-Erzgebirge neue örtlich unwetterartige Gewitter mit heftigem Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen», kündigte Hansen an. «Auch in der Nordhälfte entstehen ab dem Mittag Gewitter, diese können sich zu einer Linie zusammenschließen und rasch über Teile des Nordens nach Ostdeutschland ziehen. Im Hauptfokus ist dort der Wind.» Mit den Gewittern seien schwere Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde zu erwarten. Aber auch abseits der Gewitter gebe es «ungewöhnlich viel Wind» für diese Jahreszeit. Die Temperaturen erreichten dagegen für die Jahreszeit übliche 20 Grad an der Nordsee und bis zu 30 Grad im Südosten Bayerns. «Am Dienstag beruhigt sich das Wetter dann», sagt Hansen. Im Norden bleibt es bewölkt und gebietsweise regnet es auch. Im Süden ist es dagegen eher trocken und freundlich. Die Temperaturunterschiede sind groß: maximal 19 Grad in Schleswig-Holstein und 30 Grad im Breisgau. Diese Zweiteilung setzt sich auch am Mittwoch fort. Bei anhaltender Trockenheit war am Sonntag auch die Gefahr für Waldbrände besonders hoch, etwa in Brandenburg. In Lindow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin nordwestlich von Berlin war ein Brand am Sonntag noch nicht vollständig gelöscht: Die Feuerwehr sei mit mehreren Fahrzeugen vor Ort und versuche, mit Löschmaßnahmen das Feuer zu beenden, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordwest. Das heiße Wochenende fiel mit dem kalendarischen beziehungsweise astronomischen Sommeranfang zusammen. Zur Sommersonnenwende hat die Sonne die höchste Mittagshöhe über dem Horizont. Ursache ist im Wesentlichen, dass die Erdachse bei der Bahn der Erde um die Sonne nicht senkrecht steht, sondern leicht geneigt ist. So ist die Nordhalbkugel derzeit zur Sonne geneigt - wir erleben lange Tage und einen hohen Sonnenstand. Bei der Wintersonnenwende im Dezember ist die Nordhalbkugel dagegen von der Sonne abgewandt - die Tage bei uns sind kurz. Exakt hat die Sonne auf der Nordhalbkugel bereits um 4.42 Uhr am Samstag den Gipfel ihrer Jahresbahn erklommen. Die Sommersonnenwende gilt als Beginn des astronomischen Sommers - mit dem längsten Tag, gefolgt von der kürzesten Nacht des Jahres. Danach werden die Tage wieder kürzer. Vom kalendarischen beziehungsweise astronomischen Sommeranfang ist übrigens der meteorologische Sommerbeginn zu unterscheiden, der schon am 1. Juni war. Meteorologen fassen die Jahreszeiten zu Statistik-Zwecken in ganzen Monaten zusammen.Wetterdienst empfiehlt: Viel Alkoholfreies trinken
Wetterumschwung bringt «ungewöhnlich viel Wind»
Teils hohe Waldbrand-Gefahr
Jetzt ist offiziell Sommer
Bildnachweis: © Thomas Warnack/dpa
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Nach Hitze-Wochenende: Gewitter und viel Wind erwartet
Sonnig und heiß war's pünktlich zum astronomischen Sommerbeginn. Jetzt steht Deutschland ein Wetterumschwung bevor. Es soll turbulent werden.
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