22. Januar 2026 / Aus aller Welt

Helgoland probte den Blackout

Plötzlich kein Strom, kein Licht – was passiert, wenn auf Helgoland das Seekabel ausfällt? Das wurde auf der Insel umfangreich getestet.

Die Insel hat in der Nacht den Blackout geprobt (Archivbild).
Veröffentlicht am 22. Januar 2026 um 14:02 Uhr

Helgoland hat in der Nacht zum Donnerstag einen umfangreichen Blackout geprobt und den Ausfall des Seekabels simuliert. Erfolgreich, wie der Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH, Kay Martens, sagte. Um 23.00 Uhr wurde die einzige Stromleitung vom Festland schlagartig und bis 4.00 Uhr morgens abgeschaltet. 

2009 wurde Helgoland über das Kabel an das Stromnetz angeschlossen. Zuvor haben Dieselgeneratoren vollumfänglich die Versorgung der Insel gewährleistet, wie Martens sagte. Diese dienen nun als Notstromaggregate. 

Da diese nun in die Jahre gekommen seien, seien zusätzlich modernere Aggregate angeschafft worden. «Die konnten wir natürlich auch vorher testen, aber niemals in einem solchen Lastzustand. Das heißt, in dem Fall, wo das Kabel plötzlich weg ist», sagte Martens. 

Jahreszeit bot sich für Test an

«Das kann ja immer mal passieren. Es muss ja nicht mal mutwillig sein, es können auch Unfälle sein», sagte Martens. In so einem Fall sei nirgends auf der Insel Strom, auch im Kraftwerk nicht. «Und dann müssen wir gucken, wie kommen wir wieder auf die Füße, wie können wir die Motoren hochfahren, die Last wieder übernehmen, wie kommunizieren wir mit dem Netzbetreiber», beschreibt Martens die Situation. «All das haben wir jetzt mal live getestet.» Die Jahreszeit mit wenig Urlaubsgästen habe sich dazu angeboten. 

Martens zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Und er glaubt auch, dass die Helgoländer dankbar für den Test seien. Denn nun wissen sie, «wenn wirklich mal der Ernstfall eintrifft, dann dauert das nicht lange und dann sind wir sofort wieder da». Bei einem Kabelausfall sei man in der Lage, die Stromversorgung binnen Minuten wieder herzustellen und die Insel lange Zeit mit Strom zu versorgen. «Das ist ein gutes Gefühl.»


Bildnachweis: © Stefan Rampfel/dpa
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