5. Februar 2026 / Aus aller Welt

Zeugin im Høiby-Prozess: Party war «lame»

Vor Gericht gilt es, das Puzzle einer Partynacht zusammenzusetzen. In der Residenz des Kronprinzenpaares soll Marius Borg Høiby eine Frau sexuell missbraucht und gefilmt haben. Zwei Gäste sagen aus.

Marius Borg Høiby darf im Gericht nicht fotografiert oder gefilmt werden.
Veröffentlicht am 5. Februar 2026 um 14:51 Uhr

Smalltalk, unauffällig und «lame»: So erinnern sich zwei Gästinnen laut Medien an eine Partynacht, in der Marius Borg Høiby eine Frau sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben soll, während diese geschlafen hat. «Es war eine ganz normale After-Party, bei der wir zusammengesessen und getrunken haben», sagte eine der Zeuginnen laut dem Fernsehsender NRK im Vergewaltigungs-Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin. Sie erinnere sich nicht an Drogen oder daran, dass manche betrunkener gewesen seien als andere: «Alle waren zwar betrunken, aber wach.»

In der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaares hatten sich im Dezember 2018 mehrere Freunde und Bekannte nach einem Abend in Oslo getroffen. Eine der Gästinnen sagte laut der Zeitung «Verdens Gang» im Gericht aus, sie meine sich an acht bis zehn Leute erinnern zu können. Sie hätten sich unterhalten und Flaschendrehen gespielt - in ihrer Erinnerung habe das mutmaßliche Opfer das Spiel initiiert, so «Verdens Gang». Niemand habe sich auffällig verhalten.

Høiby soll die Frau in den frühen Morgenstunden sexuell berührt haben, ohne dass sie sich zur Wehr setzen konnte. Der 29-Jährige hatte zum Prozessauftakt erklärt, sich nur an einvernehmlichen Sex erinnern zu können. Das mutmaßliche Opfer hatte angegeben, einen Blackout gehabt zu haben und sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Möglicherweise habe ihr jemand etwas eingeflößt, zitierten norwegische Medien die Aussage der Frau vor Gericht. Der Angeklagte sagte den Angaben zufolge dazu nun: «Ich habe noch nie jemanden unter Drogen gesetzt, soweit ich weiß.» 

Zeitung: Høiby soll Videos in einer App versteckt haben

Videoaufnahmen, die als Beweismaterial vorliegen, sollen die mutmaßliche Tat zeigen. Høiby soll die Aufnahmen später aus dem Foto-Ordner seines Handys in eine App übertragen haben. Das zeigten Ermittler, die jetzt ebenfalls vor Gericht aussagten, nach Angaben von «Verdens Gang» auf. «Das ist eine App, die man herunterladen muss», sagte ein Daten-Experte demnach. «Damit kann man Bild-Dateien, Medien-Dateien, Texte und Dokumente verstecken.» Außerdem soll Høiby demnach versucht haben, während der Ermittlungen aus der Ferne Inhalte auf seinem Handy zu löschen.

Auch der Suchverlauf des Norwegers im Internet war am dritten Prozesstag Thema. Høiby soll noch vor Beginn der Ermittlungen gegen ihn Worte wie «Vergewaltigung» und seinen Namen gegoogelt haben. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit erklärte nach Angaben von «Verdens Gang», er hätte zuvor Gerüchte über sich selbst gelesen, nach denen er eine Frau vergewaltigt haben solle. Deshalb habe er nach den Begriffen gesucht. Mehrfach brach Høiby laut Medien in Tränen aus, als es vor Gericht etwa um seine Suchhistorik und sexuellen Vorlieben ging. 

«Ich bin heute unfassbar müde»

Der Ziehsohn von Kronprinz Haakon ist in 38 Punkten angeklagt - unter anderem für vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem werden ihm etwa häusliche Gewalt, Körperverletzung, Drogenmissbrauch, Verstöße gegen Kontaktverbote, Sachbeschädigung und mehrere Verkehrsdelikte vorgeworfen.

Seine Anwälte hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, wie anstrengend der Prozess für ihren Mandanten sei. Am Donnerstag sagte er laut «Verdens Gang»: «Ich bin heute unfassbar müde.» Er sitze viel in seiner Zelle und denke nach. Kurz vor Prozessbeginn war der Norweger erneut festgenommen worden - wegen Drohungen mit einem Messer und Verstoßes gegen ein Kontaktverbot.


Bildnachweis: © Ane Hem/Pool NTB Scanpix/AP/dpa
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