17. September 2025 / Aus aller Welt

Illegaler Wildtierhandel in Rio: Polizei befreit Exoten

Über 700 Tiere werden bei der bislang größten Tierrazzia Brasiliens gerettet. Dazu zählen Affen und Papageien. Der Handel bedroht die Artenvielfalt - für die organisierte Kriminalität ist er lukrativ.

Die Tiere wurden aus ihrem natürlichen Lebensraum entwendet.
Veröffentlicht am 17. September 2025 um 00:01 Uhr

Die Polizei in Rio de Janeiro hat bei der bislang «größten Operation gegen illegalen Tierhandel in Brasilien» über 700 Wildtiere gerettet. «Es handelt sich um eine stille Ausrottung unserer Fauna, ein Verbrechen, das Ökosysteme zerstört und die Artenvielfalt Brasiliens bedroht», sagte Bernardo Rossi, Umweltsekretär des Bundesstaates Rio.

Die Operation São Francisco deckte dabei die größte kriminelle Organisation des Bundesstaates auf, die auf illegalen Handel mit exotischen Tieren spezialisiert ist. Betroffen waren unter anderem Affen, Papageien, Tukane, Schlangen und bedrohte Arten wie Jaguare. Die Tiere wurden aus ihrem natürlichen Lebensraum, darunter städtische Schutzgebiete, entwendet, betäubt und in Städte gebracht, wo sie auf Märkten in von Drogenbanden kontrollierten Gebieten verkauft wurden.

Organisierte Kriminalität verdient Millionen am Tierhandel

Laut Polizei bringt der Tierhandel der organisierten Kriminalität Millionen ein. Die Ermittler betonen, dass diese Netzwerke seit Jahrzehnten operieren und stark strukturiert sind - von Jägern über Transporter bis zu Fälschern von Dokumenten. «Dieser Tierhandel ist nicht nur grausam, sondern auch ein Todesurteil, da viele Tiere sterben, bevor sie überhaupt zum Verkauf gelangen», sagte Umweltsekretär Rossi. Die kriminelle Bande sei nicht nur im Tierhandel aktiv, sondern verdiene auch am Schmuggel von Waffen und Munition, die in Gewaltkonflikten eingesetzt werden.

Rund 1.000 Einsatzkräfte führten mehr als 40 Haftbefehle und 270 Durchsuchungen in Rio de Janeiro und angrenzenden Bundesstaaten durch - mindestens 40 Verdächtige wurden dabei festgenommen. Die Tiere werden nun medizinisch versorgt und von Fachleuten sowie freiwilligen Tierärzten auf ihre Wiederauswilderung vorbereitet.


Bildnachweis: © Fabiano Veneza/SEAS RJ/dpa
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