28. Mai 2025 / Aus aller Welt

In Fell gekleidet: Pfleger in USA päppeln Bärenbaby auf

Wie bleiben Tierwaisen trotz menschlicher Aufzucht «wild» genug, um später in freier Natur überleben zu können? Eine Tierpflegestation in Südkalifornien probiert es mit Tarnkleidung.

Mit Hilfsmitteln bemühen sich Pfleger um eine möglichst natürliche Umgebung für den Bärennachwuchs.
Veröffentlicht am 28. Mai 2025 um 14:44 Uhr

Ein in der Wildnis gefundenes und verwaistes Bärenjungtier wird in einer Tierstation im US-Westküstenstaat Kalifornien mit ungewöhnlichen Methoden aufgezogen: Pfleger mit Bärenmaske und Pelzmantel geben dem Kleinen das Fläschchen, andere tragen Tarnanzüge und mit Laub bespickte Kapuzen, wie auf Fotos der Tierschutzorganisation San Diego Humane Society zu sehen ist. 

Das Ziel dieses «tierischen» Aufwands: Das Schwarzbär-Baby soll sich nicht an Menschen gewöhnen, sondern «wild» genug für ein späteres Leben in freier Natur bleiben. Das ist zumindest die Hoffnung der Organisation, wie sie in einer Pressemitteilung schrieb. Vor einer Auswilderung müsse das Kleine aber noch bis zu einem Jahr in der Pflegestation in Ramona nahe San Diego bleiben, hieß es. 

Bärenjunges kam mit zwei Monaten geschwächt in die Pflegestation

Camper hatten demnach das Bärenbaby im Alter von etwa zwei Monaten im Los Padres National Forest gefunden - schwach, untergewichtig und allein. Ein Versuch der kalifornischen Tierschutzbehörde California Department of Fish and Wildlife, das Junge mit seiner Mutter wiederzuvereinigen, scheiterte: Die Bärin sei in jener Nacht nicht zurückgekehrt. So kam das Bärenbaby, dessen Name nicht mitgeteilt wurde, Mitte April in die Pflegestation in Ramona.

Seitdem entwickelt sich der Nachwuchs der Organisation zufolge dort prächtig: «Er war extrem zerbrechlich, als er ankam», sagte Autumn Welch, Managerin der Station in Ramona laut Mitteilung. «Aber jetzt ist er aktiv, frisst gut und nimmt stetig an Gewicht zu.» Das Bärenbaby ist demnach das jüngste, das die Organisation jemals in Pflege nahm. Derzeit werde es viermal täglich gefüttert, anfangs auch nachts. Zudem bemühten sich die Pfleger, das Verhalten der Mutter nachzuahmen, um das Jungtier auf das Leben in der Wildnis vorzubereiten.


Bildnachweis: © -/San Diego Humane Society/AP/dpa
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