27. Oktober 2025 / Aus aller Welt

In Kanal gestürztes Auto: Drittes Todesopfer identifiziert

Riskante Flucht, zerstörtes Auto im Kanal, drei Tote: Was trieb den Fahrer zu diesem Manöver? Die Ermittler des Unfalls bei Braunschweig stehen vor einem Rätsel - können aber weitere Details nennen.

Die Bergung war laut Feuerwehr kompliziert.
Veröffentlicht am 27. Oktober 2025 um 10:04 Uhr

Nach dem schweren Autounfall mit drei Toten bei Braunschweig ist die dritte Leiche identifiziert worden. «Es handelt sich um einen 34-jährigen serbischen Staatsbürger», sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um den Fahrer des Wagens handelt, der am Samstag von einer Brücke in den Mittellandkanal gestürzt war. 

Die Polizei hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sich der Fahrer am Mittag einer Kontrolle auf der Autobahn 2 entzog und aufs Gaspedal trat. Die Beamten verloren das Auto mit Münchner Kennzeichen aus dem Blick. Etwa zehn Minuten später gingen bei der Polizei mehrere Notrufe zu dem Unfall ein.

Unfallauto durchschlug Brückengeländer 

Nach einer ersten Rekonstruktion gehen die Ermittler davon aus, dass der Fahrer auf der Flucht viel zu schnell unterwegs war, mehrere Autos auf der engen Bundesstraße 4 von rechts überholte und dabei touchierte. Laut Polizei fuhr der Wagen in die Leitplanke und geriet in den Gegenverkehr, wo er frontal mit einem anderen Auto zusammenstieß. Das Unfallauto durchschlug das Brückengeländer und stürzte in den Mittellandkanal.

Bei den bereits identifizierten Beifahrern handle es sich um einen 25-Jährigen und einen 31-Jährigen aus Kroatien. Im entgegenkommenden Auto saßen eine 47-jährige Frau und ein 53-jähriger Mann aus Hamburg. Die Frau liegt laut Polizei schwer verletzt im Krankenhaus, ist aber außer Lebensgefahr. Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, sein Zustand sei weiterhin kritisch. 

Spezialschiff im Einsatz 

Das Unfallfahrzeug wurde am Wochenende von einem Spezialschiff geborgen und beschlagnahmt. Wie die Ermittlungen dann weitergehen, hänge auch von dem noch ausstehenden Gutachten eines Sachverständigen ab. Der Fall wird voraussichtlich an die Staatsanwaltschaft übergeben, die über eine Obduktion der Toten entscheiden wird.

Fraglich sind auch weiterhin der genaue Hergang des Unfalls sowie die Hintergründe einer vorangegangenen Polizeikontrolle.


Bildnachweis: © Stefan Sobotta/dpa
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