Fünf Jugendliche aus der Nähe von Bremen haben ein KI-basiertes Werkzeug entwickelt, das die Benotung im Sportunterricht individueller und nach eigenen Angaben fairer machen soll. Das Projekt trägt den Namen «SkillFIT» und wurde von Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Innovationswettbewerbs entwickelt. Ausgangspunkt ist ihre Kritik an aus ihrer Sicht zu starren Bewertungsmaßstäben im Sportunterricht. Trotz Anstrengung und Training werde die Leistung vieler Schüler nicht entsprechend gewürdigt, weil sie nach einheitlichen Maßstäben bewertet würden, die ihre jeweils unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen nicht ausreichend berücksichtigten. Die Jugendlichen kritisieren, der Sportunterricht solle eigentlich zur Bewegung motivieren, werde für manche aber stattdessen zum Ort von Frust. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation von 2019 gelten mehr als 80 Prozent der Schulkinder als körperlich inaktiv. Der Sportunterricht könne aber auch Teil der Lösung sein, so die Schülerinnen und Schüler. Ihre Idee: Ein KI-gestütztes System soll Lehrkräfte dabei unterstützen, Leistungen individueller zu bewerten. Statt fester Tabellen - etwa einer bestimmten Zeit für die Note Eins im 100-Meter-Lauf - soll der persönliche Fortschritt stärker berücksichtigt werden. Erfasst werden sollen Zeiten, Wiederholungen oder Ausdauerwerte, die ins Verhältnis zu den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen gesetzt werden. Unterschiedliche Ausgangslagen wie chronische oder auch vorübergehende Einschränkungen sollen dabei einbezogen werden. Ziel sei es, die individuelle Entwicklung der einzelnen Schüler sichtbar zu machen. Die Jugendlichen betonen, das System solle Lehrkräfte nicht ersetzen, sondern unterstützen. Gerade bei Klassen mit rund 30 Schülerinnen und Schülern sei es schwierig, allen gleichermaßen gerecht zu werden. Zugriff auf die erhobenen Daten sollen nur die jeweilige Lehrkraft sowie die Schülerin oder der Schüler haben. In dieser Woche stellten die Jugendlichen ihr Projekt im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen in Cortina vor.Die individuelle Entwicklung einzelner Schüler sichtbarer machen
Projekt bei Olympia vorgestellt
Bildnachweis: © Bernd Weißbrod/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Jugendliche wollen mit KI Sportunterricht fairer machen
Eine Gruppe Schüler aus Niedersachsen will den Sportunterricht mit KI gerechter machen. Ihre Idee hat es sogar bis zu den Olympischen Winterspielen geschafft.
Meistgelesene Artikel
Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden. Im August soll es Wissenschaftlern zufolge einen ähnlichen Vorfall geben.
- 19. Juli 2026
Großer Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle
Nordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bei Guadalajara bereits Tausende Hektar verbrannt. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. Woanders gab es hingegen gute Nachrichten.
- 20. Juli 2026
Tschechien bringt Handyverbot an Schulen auf den Weg
Ab September 2027 sollen in Tschechien Smartphones und Smartwatches aus den Klassenzimmern verschwinden. Kritiker halten das für Populismus - und warnen vor Frust bei den Schülern.
Neueste Artikel
- 19. August 2026
Gänsegeier hindert Kreta-Flieger am Abheben
Kurioser Vorfall für Passagiere und Flugpersonal: Als ein großer Vogel es sich auf der Tragfläche eines startbereiten Flugzeugs bequem macht, muss die Feuerwehr anrücken.
- 19. August 2026
Bundesbehörde nennt Details zu Boeing-Vorfall in München
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung schildert, wie es beim Start einer Boeing 787-9 in München zu einem Bodenkontakt kam. Was Experten nun untersuchen und warum US-Stellen beteiligt sind.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 19. August 2026
Gänsegeier hindert Kreta-Flieger am Abheben
Kurioser Vorfall für Passagiere und Flugpersonal: Als ein großer Vogel es sich auf der Tragfläche eines startbereiten Flugzeugs bequem macht, muss die Feuerwehr anrücken.
- 19. August 2026
Bundesbehörde nennt Details zu Boeing-Vorfall in München
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung schildert, wie es beim Start einer Boeing 787-9 in München zu einem Bodenkontakt kam. Was Experten nun untersuchen und warum US-Stellen beteiligt sind.

