30. April 2025 / Aus aller Welt

«Klaps auf den Hintern» hält jeder Dritte für angemessen

Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Manche finden allerdings zum Beispiel Ohrfeigen durchaus noch angemessen. Das ergab eine neue Umfrage.

Eine Umfrage wirft einen Blick auf Erziehungsmethoden. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 30. April 2025 um 09:26 Uhr

Gut jeder Dritte hält laut einer Umfrage einen «Klaps auf den Hintern» bei der Erziehung von Kindern für angemessen. 36,9 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu «Ein Klaps auf den Hintern hat noch keinem Kind geschadet», wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) zum Tag der gewaltfreien Erziehung mitteilte. Im Jahr 2016 habe dieser Wert noch bei 53,7 Prozent und 2020 bei 52,4 Prozent gelegen. Unicef erinnerte daran, dass seit gut 25 Jahren eine gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert sei.

Eine «leichte Ohrfeige» als Erziehungsmethode hielten demnach bei der Erhebung zwischen Oktober 2024 und Februar dieses Jahres 17,1 Prozent für angebracht. 2005 berichteten 53,7 Prozent der Befragten laut Unicef, schon einmal eine «leichte Ohrfeige» bei der Erziehung eingesetzt zu haben.

Zudem stimmten 5,4 Prozent der Aussage «Eine Tracht Prügel hat noch keinem Kind geschadet» zu - laut Unicef ein Tiefpunkt. 2016 habe die Zustimmung für diese Aussage bei 5,9 Prozent und 2020 bei 7,2 Prozent gelegen.

Was sagen Experten zu den Ergebnissen?

«Doch auch wenn der Trend positiv ist, dürfen wir uns nicht ausruhen», wird der Kinder- und Jugendpsychiater sowie Psychotherapeut Jörg M. Fegert in der Mitteilung zitiert. «Hinzu kommt, dass die Misshandlungsform der Vernachlässigung – also Gewalt durch Unterlassung – nach wie vor weitgehend unbeachtet bleibt.» 

Fegert stellte fest: «Die gesetzliche Verankerung der gewaltfreien Erziehung im BGB war keine Symbolpolitik, sondern ein bedeutender Meilenstein – mit konkreten Auswirkungen auf die Einstellungen und das Handeln vieler Eltern.»

Für die Umfrage wurden laut Unicef 2.530 repräsentativ ausgewählte Menschen in Deutschland befragt. Das Kinderhilfswerk habe dabei mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm zusammengearbeitet.


Bildnachweis: © Annette Riedl/dpa
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