27. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Kompromiss nach Panne bei spanischer Weihnachtslotterie

Erst große Freude, dann Ärger: In einer spanischen Kleinstadt gab es mehr Gewinner als Lose. Wie ein Kompromiss den Streit um Millionen löste.

Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt der Zeremonie. Hier bei der Ziehung der Lottozahlen im Madrider Teatro Real.
Veröffentlicht am 27. Dezember 2025 um 10:08 Uhr

Nach dem Schock vieler Lotteriegewinner wegen einer schweren Panne beim Losverkauf in der spanischen Kleinstadt Villamanín hat es eine gütliche Einigung gegeben. Jeder, der einen Anteilsschein auf das Los mit der Nummer des Hauptgewinns der spanischen Weihnachtslotterie besitzt, soll seinen Gewinn fast vollständig erhalten, berichteten spanische Medien übereinstimmend. In dem Ort hatte ein privates Festkomitee versehentlich mehr Anteilsscheine an offiziellen Losen verkauft, als es selbst eingekauft hatte. Eine Reihe «glücklicher» Gewinner wäre deshalb beinahe leer ausgegangen. Der Jubel am Montag in Villamanín über Gewinne in Höhe von fast 35 Millionen Euro bei der berühmten Weihnachtslotterie war nur wenige Tage später in Entsetzen und Ärger umgeschlagen. Insgesamt gab es in der Gemeinde mit nur knapp 1.000 Einwohnern ungedeckte Gewinnerwartungen in Höhe von rund vier Millionen Euro. 

Kompromiss nach hitziger Versammlung

Damit doch alle etwas von dem Geldsegen abbekommen, verzichtete das Festkomitee nun auf einen Teil des Gewinns und alle anderen Losinhaber ebenfalls auf einen kleinen Teil ihres Anspruchs. Dies sei bei einer mehr als dreistündigen hitzigen Versammlung der Losinhaber entschieden worden, berichteten die Regionalzeitungen «Diario de León» und «Leonoticias» sowie weitere Medien in ganz Spanien. 

Dass private Gemeinschaften und Vereine Anteilsscheine für wohltätige Zwecke verkaufen, ist in Spanien nicht unüblich. Ein ganzes offizielles Los kostet immerhin 200 Euro, ein Zehntellos gibt es für 20 Euro. Und die Vereine bringen ihre Stückelungen der Lose meist für fünf bis zehn Euro unter die Leute. Entsprechend kleiner ist der Anteil dann an den Gewinnen, von denen ein Teil für einen guten Zweck vorgesehen ist. Dafür bleibt nun in Villamanín weniger übrig.


Bildnachweis: © Manu Fernandez/AP/dpa
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