11. November 2025 / Aus aller Welt

Kontakt zu Zeuge - Richterin droht Block mit Haftbefehl

Von den sieben Angeklagten im Block-Prozess sitzt nur einer in Untersuchungshaft. Jetzt spricht die Vorsitzende Richterin eine strenge Ermahnung an die Hauptangeklagte Christina Block aus.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat Christina Block mit einem Haftbefehl gedroht.
Veröffentlicht am 11. November 2025 um 16:32 Uhr

Im Prozess um die Entführung ihrer Kinder hat das Landgericht Hamburg der angeklagten Unternehmerin Christina Block mit einem Haftbefehl gedroht. Grund dafür ist die Kontaktaufnahme zu einem Zeugen. «In aller Deutlichkeit, dass diese Kammer nicht zögern wird, einen Haftbefehl zu erlassen, sollte die Kammer zu der Überzeugung kommen, dass Druck auf Zeugen ausgeübt wird», sagte die Vorsitzende Richterin, Isabel Hildebrandt, an die Angeklagte gerichtet.

Die Tochter des Gründers der Restaurantkette «Block House», Eugen Block, ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung von zwei Kindern in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben zu haben. Eine israelische Sicherheitsfirma soll den damals zehnjährigen Sohn und die 13-jährige Tochter aus der Obhut des in Dänemark lebenden Vaters entführt und nach Deutschland gebracht haben. Es gibt sechs weitere Angeklagte.

Erkranktem Zeugen gute Besserung gewünscht 

Blocks Verteidiger Ingo Bott bestätigte, dass seine Mandantin einem erkrankten älteren Zeugen gute Besserung gewünscht habe. «"Gute Besserung!" ist keine Verdunkelung, gerade bei einer schweren Erkrankung darf man das wünschen», sagte Bott. Das Gericht selbst habe die Erkrankung des Zeugens bekanntgegeben.

Druck auf potenzielle Zeugen in Israel?

Die Richterin erklärte weiter, es sei dem Gericht zugetragen worden, dass Christina Block auf Zeugen in Israel Druck ausübe, nicht in dem Prozess auszusagen. Der geständige, in Haft sitzende israelische Angeklagte sagte dazu, er habe mit seinem Vater und einem Freund in Israel telefoniert. Dabei hätten sie davon berichtet. Es sei aber nicht klar, woher sie das wüssten. Möglicherweise hätten sie das in Zeitungen gelesen. Es könnten aber auch Gerüchte sein.

Quelle für die Information ist den Angaben zufolge eine Dolmetscherin, die die Kommunikation des 36-Jährigen in der Haft überwacht. Sie hatte eine Kriminalbeamtin informiert. Der Verteidiger des Angeklagten, Sascha Böttner, beantragte die Beendigung der Kommunikationsüberwachung, da sein Mandant voll geständig sei.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft fahndet nach sechs weiteren Beschuldigten in Israel. Für einen von ihnen hat sich nach früheren Angaben der Behörde ein Anwalt legitimiert und Kooperationsbereitschaft angekündigt. Eine Staatsanwältin im Gerichtssaal sprach von einem abgetrennten Verfahren, darum könne sie zu der Angelegenheit nichts sagen.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa
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