Im Zusammenhang mit dem Meningitis-Ausbruch im britischen Kent ist in Frankreich ein Infizierter ins Krankenhaus gekommen. Der aus Kent zurückgekehrte Mann befinde sich in einem stabilen Zustand, hieß es vom französischen Zentrum für Gesundheitskrisen. Um das Übertragungsrisiko einzudämmen, sei Menschen aus seinem Umfeld angeboten worden, vorsorglich Antibiotikum einzunehmen. Ansonsten sei in Frankreich bislang kein weiterer Meningitis-Fall im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Großbritannien gemeldet worden. In der Grafschaft Kent in Südengland gibt es aktuell eine Häufung von Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA gab es bis Mittwoch sechs bestätigte Fälle, hinzu kommen noch nicht bestätigte Verdachtsfälle. In den vergangenen Tagen waren in Canterbury zwei junge Menschen - nach Angaben der BBC eine 18-jährige Schülerin und ein an der University of Kent studierender junger Mensch - an Meningitis gestorben. Bei einem gezielten Impfprogramm sollen mehrere Tausend Menschen vorsorglich Antibiotika erhalten. Unter anderem gilt das für die Studierenden der Universität, die Behörde rät zudem Menschen, die Anfang März einen bestimmten Nachtclub in Canterbury besuchten, sich vorbeugend behandeln zu lassen. Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können. Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine solche Meningokokken-Erkrankung soll darum gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion - Husten, Niesen, Küssen - übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich - Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen. In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils über 100 Meningokokken-B-Fälle registriert. 2025 waren es 123 Erkrankungen, 2026 bislang über 20. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen, heißt es beim RKI. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken der Untergruppe B für alle Säuglinge ab zwei Monaten.Tausende Menschen sollen vorsorgliche Behandlung erhalten
Infektion kann schwere Folgen haben
Bildnachweis: © David Vincent/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Meningitis-Ausbruch in Kent: Auch Fall in Frankreich
In Großbritannien sind zwei Menschen gestorben. Die Sorge vor neuen Meningitis-Fällen ist groß. Nun meldet Frankreich einen ersten Patienten.
Meistgelesene Artikel
- 6. Oktober 2026
Nachwuchs der Bundespolizei feierlich in Swisttal vereidigt
275 Anwärterinnen und Anwärter legen im Jubiläumsjahr „75 Jahre Bundespolizei“ ihren Diensteid ab
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
Bürgerinnen und Bürger können aktiv mitgestalten
Neueste Artikel
- 14. Oktober 2026
Alkoholverbot an Bahnhöfen - Das Wichtigste im Überblick
Kein Bier, kein Sekt, kein Schnaps - der Konsum von Alkohol ist an Bahnhöfen ab sofort tabu. Ein nüchterner Blick auf die neuen Vorgaben. Und darauf, was die Bahn sich davon verspricht.
- 14. Oktober 2026
Entführungsalarm am Flughafen: War es ein Tippfehler?
Ein defektes Funkgerät und ein womöglich falsch eingegebener Code: Ein Flugzeug wird bis Nürnberg von Eurofightern begleitet. Was mutmaßlich hinter dem Alarm steckte.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Oktober 2026
Alkoholverbot an Bahnhöfen - Das Wichtigste im Überblick
Kein Bier, kein Sekt, kein Schnaps - der Konsum von Alkohol ist an Bahnhöfen ab sofort tabu. Ein nüchterner Blick auf die neuen Vorgaben. Und darauf, was die Bahn sich davon verspricht.
- 14. Oktober 2026
Entführungsalarm am Flughafen: War es ein Tippfehler?
Ein defektes Funkgerät und ein womöglich falsch eingegebener Code: Ein Flugzeug wird bis Nürnberg von Eurofightern begleitet. Was mutmaßlich hinter dem Alarm steckte.

