«Herzal» hieß die Kuh - und sie hat das Symbol einer Herzensangelegenheit verschlungen: Wahrscheinlich beim Füttern mit Hafersilage hat die junge Kuh ihrem Bauern Johannes Brandhuber aus Simbach am Inn mit ihrer rauen Zunge den Ehering vom Finger gestreift und hungrig mit der Silage verschluckt. Jedenfalls fehlte dem noch recht jung verheirateten 32-Jährigen an jenem Sonntagmorgen im November nach der Stallarbeit der Ring. Rund vier Monate später dann der Anruf vom Metzger Josef Steinleitner in Vilshofen an der Donau: In «Herzals» Bauch hat ein Mitarbeiter den Ring gefunden. Die «Passauer Neue Presse» hatte zuerst über den Fall berichtet. «Ich hab' so was noch nie erlebt. Das ist einzigartig», sagt Steinleitner (59), seit über 40 Jahren im Job und Chef des rund 135 Jahre alten Familienbetriebs. Funktioniert habe das kleine Wunder nur, weil hier nach dem Schlachten noch von Hand gearbeitet werde. Der Mitarbeiter haben den Pansen geleert - der Inhalt sei Dünger - und dabei das golden funkelnde Stück entdeckt. «Es ist ein glücklicher Zufall, so ein kleines Ding zu finden.» In einem Großbetrieb hätte die Chance wahrscheinlich bei null gelegen, sagt Steinleitner. Funde von Metallteilen oder anderem Müll im Pansen von Kühen gebe es immer wieder einmal: Etwa Schrauben und Muttern von der Wiese rutschten beim schnellen Fressen schon mal durch den breiten Schlund. Zu Hause bei den Brandhubers große Freude. Dass der Ring je wieder auftauchen könnte - «so richtig geglaubt habe ich das nach so langer Zeit nicht mehr», sagt Brandhuber. Vor allem seine Frau habe die Hoffnung aber nicht aufgeben. «Sie hat sich sehr gefreut.» Die beiden haben erst vor knapp zwei Jahren, im Juni 2023, geheiratet. Nach dem Verlust des Rings suchte der Ingenieur, der den Hof in Familienbesitz weiterbetreibt, den ganzen Stall ab. Ohne Erfolg. Schließlich kaufte er einen neuen Ring. Jetzt hat er zwei Eheringe - zum Wechseln. Das mattgoldene Original war nach Monaten in dem riesigen Magen der Kuh blank gescheuert. Nur mit Mühe konnte Metzger Steinleitner bei dem Fund überhaupt die Initialen erkennen - und dachte zuerst, es sei der Ring von Brandhubers Vater. Doch der sagt: «Der ist von meinem Buam.» «Herzal» (bairisch: Herzerl als Koseform für Herzchen) hatte ihren Namen allerdings natürlich nicht wegen des Rings in ihrem Pansen am Lebensende. Die zweieinhalbjährige Kuh hatte ein weißes Herz auf der Stirn - deshalb hatten die Kinder des Vorbesitzers ihr den Namen gegeben. Übrig ist von ihr nun noch: etwas Salami bei der Metzgerei Steinleitner.«Einzigartig» und «glücklicher Zufall»
Zweitring
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Metzger findet in Kuh den Ehering vom Bauern
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