Mit dem warmen Wetter der zurückliegenden Tage kommt der Massenflug der Maikäfer in Südhessen in Schwung. Vor allem in den Abendstunden brummt und fliegt es unter anderem in Wäldern im Hessischen Ried rund um Mörfelden-Walldorf und Darmstadt, sagte Bernd Petri vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen. Die Waldmaikäfer schwärmen mit dem Sonnenuntergang aus und fressen vorzugsweise Eichenblätter. Den Massenflug gibt es in der Regel alle vier Jahre. Das liegt daran, dass der Entwicklungszyklus von der Eiablage über mehrere Stufen vom Engerling bis zum fertigen Käfer in der Regel so lange dauert. Bei der Population im Hessischen Ried sind die Massenflug-Jahre jene, in denen es eine Fußballweltmeisterschaft gibt. Experten rechnen 2026 mit geschätzt rund einer halben Milliarde Tiere bis Anfang Mai. Das Spektakel ist deutschlandweit etwas Besonderes. Ein Massenflug mit kleinerem Ausmaß wird im badischen Iffezheim erwartet. Andere Stämme, etwa von Feldmaikäfern in Bayern, sind erst wieder in anderen Jahren dran. «Der Maikäfer profitiert im Hessischen Ried von einem menschengemachten, ökologischen Desaster», betonte Biologe Petri. Durch die jahrhundertelange Entwässerung der ursprünglichen Auenlandschaft seien ideale Bedingungen für die Insekten geschaffen worden. Die Art benötigt trockene, warme Böden. Dort legen die Weibchen ihre Eier ab, aus denen sich Engerlinge entwickeln. Bereits im vergangenen Herbst verwandelten sich diese Larven in Käfer. Neben der Entwässerungs-Problematik ist das Hessische Ried stark von den Folgen des Klimawandels geschwächt. Trockenheit führte dort zum Absterben vieler Bäume. Die Maikäfer setzen dem Wald zusätzlich zu. Erwachsene Tiere fressen die frischen Laubblätter, die Engerlinge im Boden an Baumwurzeln.Massenflug ist Ausdruck eines «ökologischen Desasters»
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Millionen Maikäfer: Massenflug im Hessischen Ried im Gang
Wenn die Sonne untergeht, brummt es in Südhessen: Millionen von Maikäfern sorgen für ein seltenes Naturspektakel. Wo der Massenflug aktuell so richtig in Schwung kommt.
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