Die weltweite Hilfsbewegung SOS-Kinderdorf hat ihre österreichische Teilorganisation wegen mutmaßlicher Missbrauchsfälle suspendiert. Dadurch wird deren Mitgliedschaft bis auf weiteres ausgesetzt. Der Vorstand der Dachorganisation SOS-Kinderdorf International teilte mit, dass dies in einer Notfallsitzung beschlossen worden sei. Es sei eine Reaktion auf die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den österreichischen Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner, hieß es. Die österreichische Teilorganisation hatte zuvor enthüllt, dass der 1986 verstorbene Österreicher Gmeiner beschuldigt wird, acht männliche Kinder und Jugendliche in Österreich sexuell und physisch missbraucht zu haben. Die Vorwürfe seien glaubhaft, hieß es. Entsprechende Informationen waren bei SOS-Kinderdorf Österreich nach eigenen Angaben seit Jahren intern bekannt, sie wurden aber erst jetzt öffentlich gemacht. Außerdem waren in vergangenen Wochen einige mutmaßliche Übergriffe durch Mitarbeiter von Kinderdörfern in Österreich publik geworden, die ebenfalls unter Verschluss gehalten worden waren. «Kinder verdienen Glück, Würde und Schutz durch diejenigen, denen sie vertrauen», sagte der Vorsitzende des Internationalen Vorstandes, Dominico Parisi. «Wer dieses Vertrauen verrät, verdient nichts als Verurteilung und Scham für sein Handeln», sagte er. Das rasche Handeln des Gremiums solle für Vertrauen in das weltweite Engagement der Organisation sorgen, hieß es. Das erste SOS-Kinderdorf wurde von Gmeiner nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich gegründet. Heute arbeitet die Organisation in mehr als 130 Ländern, darunter auch Deutschland. Sie unterstützt Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können.«Verurteilung und Scham»
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Missbrauch: SOS-Kinderdorf-Bewegung suspendiert Österreich
Vorwürfe gegen Gründer Gmeiner erschüttern nicht nur SOS-Kinderdorf Österreich. Auch die internationale Dachorganisation ist betroffen. Sie zieht nun die Notbremse.
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