28. März 2026 / Aus aller Welt

Singen mit Heino: Jubel für Volksmusikstar nach Hymnen-Eklat

Rund 800 Menschen feiern den Schlagerstar in Bad Belzig. Der Sänger zeigt Solidarität mit einem Feuerwehrmann, der die erste Strophe des Deutschlandliedes abspielte und deshalb geschasst wurde.

Der Adler leuchtet in Schwarz-Rot-Gold, wenn Heino auf der Bühne singt.
Veröffentlicht am 28. März 2026 um 23:07 Uhr

Schlagersänger Heino hat ein Konzert aus Solidarität mit einem Feuerwehrmann aus Brandenburg gegeben, der wegen eines Streits um die erste Strophe des Deutschlandliedes geschasst wurde. Unter den rund 800 jubelnden Zuhörern in dem kleinen Kurort Bad Belzig waren einige Besucher, die aus dem Feuerwehrsport in den ostdeutschen Bundesländern kamen. Das Zusatzkonzert fand im Rahmen von Heinos Solo-Tour «Made in Germany» statt. 

Hintergrund des Auftritts in Bad Belzig ist ein Streit um das Abspielen der historisch belasteten Liedzeilen bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im vergangenen Jahr in Sachsen. Der Feuerwehrmann Richard Münder aus Bad Belzig wurde deshalb vom Feuerwehrverband von seinen Aufgaben entbunden.

Auftritt mit Deutschlandfahnen- und -farben

Der 87 Jahre alte Heino sang vor einem Bühnenhintergrund mit großem Adler und den Farben der Deutschlandfahne. Besucher tanzten zu alten Schlagern und Hits wie «Rosamunde», «Karambo Karacho» oder «Blau blüht der Enzian». Auch bei dem wegen Sexismusvorwürfen umstrittenen Partylied «Layla» jubelten die Zuhörer. Einige Besucher schwenkten Deutschlandfahnen, andere trugen Schals in den Farben schwarz-rot-gelb. Es ertönten «Heino»-Sprechchöre.

Manager: Heino hat nichts mit rechts zu tun 

Heino singe in Bad Belzig, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Feuerwehrmann eine zweite Chance verdient habe, sagte Heinos Manager Helmut Werner. Zu immer wieder geäußerter Kritik, Heino stehe rechts, sagte der Manager, Heino habe sich für ein Verbot der AfD ausgesprochen, sei früher SPD-Wähler gewesen, und habe sich in Wahlkämpfen für die CDU eingesetzt. «Was hat Heino mit rechts zu tun? Nur weil er Volkslieder singt? Also ich finde, diese Leute, die das behaupten, sind ahnungslose Analphabeten», kritisierte Werner.

Feuerwehrmann weist Verdacht der Rechtslastigkeit zurück

Die umstrittene Aufnahme, die bei den Feuerwehr-Meisterschaften in Torgau in Sachsen erklang, stammt von dem Schlager- und Volksmusikstar mit der Sonnenbrille. Heino hatte die Version mit allen drei Strophen in den 70er Jahren aufgenommen - auf Bitten des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und einstigen NS-Marinerichters Hans Filbinger (CDU), wie der Künstler betont hatte. 

Der Feuerwehrmann und Wettkampfrichter im Feuerwehrsport Richard Münder sieht sich zu Unrecht als Alleinschuldiger diskreditiert und weist Vorwürfe der Rechtslastigkeit zurück. Er sagte zum Abspielen der ersten Strophe des Deutschlandliedes: «Ich bedauere, dass es zu diesem Missverständnis gekommen ist, aber ich verwehre mich dagegen, dass ich dort allein schuldig handelnd war, denn da sind andere Organisationselemente ebenfalls mitbeteiligt.»

Hymne mit dunkler Vergangenheit

Das «Lied der Deutschen» wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 gedichtet. Allerdings wurde es von den Nationalsozialisten propagandistisch missbraucht für ihren Großmachtanspruch nach außen. 1952 hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) auf Bitten von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zugestimmt, einen Teil des Deutschlandliedes als Nationalhymne anzuerkennen. Diese besteht aus der dritten Strophe mit den Worten «Einigkeit und Recht und Freiheit». Die anderen Strophen sind allerdings nicht verboten.


Bildnachweis: © Michael Bahlo/dpa
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