29. Januar 2026 / Aus aller Welt

Nach Streit: Neapel gestaltet Maradona-Kultstätte um

Neuer Largo Maradona: Nach jahrelangem Streit über Händler und Genehmigungen plant Neapel eine öffentliche Umgestaltung des Pilgerorts für Fans von Diego Maradona.

Neapel gestaltet Madonna-Gedenkstätte um (Foto-Archiv).
Veröffentlicht am 29. Januar 2026 um 12:14 Uhr

Im Streit um den berühmten Maradona-Pilgerort im Herzen von Neapel zeichnet sich nach monatelangen Debatten eine Lösung ab. Die süditalienische Stadt gab grünes Licht für eine umfassende Umgestaltung des Largo Maradona, der seit Jahren Anziehungspunkt für Touristen und Fans des 2020 gestorbenen Fußballers Diego Maradona aus aller Welt ist. Der Argentinier spielte von 1984 bis 1991 beim SSC Neapel und gilt dort als Legende.

Der kleine Platz mitten in den Quartieri Spagnoli (Spanisches Viertel), der offiziell Largo Emanuele De Deo heißt, ist seit Jahren Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Händlern, Anwohnern und Behörden. Polizeikontrollen, beschlagnahmte Stände für Maradona-Devotionalien sowie ungeklärte Genehmigungen hatten wiederholt für Spannungen gesorgt.

Maradona-Wandbild mit Laken verhüllt

Vergangenes Jahr eskalierte der Streit, als die Polizei eine große Razzia am Largo Maradona durchführte: Mehrere Stände wurden konfisziert und Händler bekamen Bußgeldbescheide. Aus Protest verhängten die Betreiber den Wallfahrtsort mit einer Plastikplane. Das berühmte Maradona-Wandbild, das den jungen Diego im Napoli-Trikot an einer Hauswand zeigt, wurde auch verhüllt.

Der bislang ungeordnet genutzte und überfüllte Bereich des Largo Maradona wird nun der Gemeinde übertragen. Diese veranlasste direkt eine neue Gestaltung: Geplant sind eine neue Pflasterung, Sitzbänke, Pflanzen, schattenspendende Pergolen sowie mobile Kioske. Neapels Bürgermeister Gaetano Manfredi spricht von einem «neuen Kapitel» für den Largo Maradona.

Streitpunkt Gewerbelizenzen gelöst?

Mit der Übertragung des Bereichs an die Gemeinde soll auch der zentrale Streitpunkt zwischen Behörden und Händlern beseitigt werden. Die Frage der Gewerbelizenzen der Straßenverkäufer und Imbissbetreiber dort war unklar und sorgte für Razzien. Die Geschäfte der Händler sollen so legal werden.


Bildnachweis: © Arne Dedert/dpa
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