1. März 2026 / Aus aller Welt

Wadephul schließt Evakuierung Deutscher in Nahost aus

Eine militärische Evakuierung Deutschen, die sich im Konfliktgebiet in Nahost aufhalten, ist Außenminister Johann Wadephul zufolge nicht möglich.

Einige beliebte Reiseziele liegen in der Golfregion, etwa Dubai – hier sind nun viele deutsche Urlauber gestrandet. (Archivbild)
Veröffentlicht am 1. März 2026 um 21:23 Uhr

Tausende Urlauber aus der ganzen Welt sitzen im Kriegsgebiet in Nahost fest. Deutsche Reisende und auch in der Golfregion wohnende Staatsbürger mit Hilfe der Bundeswehr zu evakuieren, schloss Außenminister Johann Wadephul (CDU) aktuell aus: «Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen», sagte Wadephul der «Bild».

Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran begonnen, bei denen auch Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion, in der es US-Militärstützpunkte gibt.

Als Folge sind viele deutsche Reisende im Nahen Osten gestrandet, an Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion geht nichts mehr. Wann eine Ausreise für die Betroffenen wieder möglich sein wird, ist laut Wadephul derzeit nicht absehbar.

30.000 Reisende deutscher Veranstalter betroffen

Laut Deutschem Reiseverband (DRV) sind aktuell rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern von der Situation betroffen. Sie halten sich derzeit in der Region auf oder ihre Flüge aus anderen Regionen der Welt sollten über die Drehkreuze in der Region gehen. Wie viele Deutsche konkret aktuell in der Golfregion sind, ist unklar.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Sonntag, in der Krisenvorsorgeliste hat sich bislang eine niedrige fünfstellige Zahl betroffener Deutscher in der Golfregion registriert – also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein oder im Ausland lebende Deutsche, die Registrierung ist freiwillig.

Die Bundesregierung setze alternativ zu einer Evakuierung auf Informationsangebote und konsularische Unterstützung. «Alle Botschaften, alle Auslandsvertretungen sind geöffnet. Wir arbeiten intensiv daran, mit Informationen da zu sein», sagte Wadephul der «Bild».


Bildnachweis: © Kamran Jebreili/AP/dpa
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