Sie klingen mal kampfbereit und kraftstrotzend, mal schmachtend und paarungswillig - und stets sehr nah dran am Original: Bei der deutschen Meisterschaft der Hirschrufer auf der Messe «Jagd & Hund» haben in Dortmund in diesem Jahr knapp ein Dutzend Teilnehmer aus sechs Bundesländern um die Wette geröhrt. In den drei Disziplinen setzte sich am Ende Thomas Soltwedel aus Dobbin-Linstow in Mecklenburg-Vorpommern gegen die Konkurrenz durch. Wie ein Hirsch klingt, variiert je nach Alter und Gemütsverfassung oder Dauer der Brunft. Unter anderem galt es in diesem Jahr, das hoch erregte Rufduell zweier gleichstarker Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft zu geben. Davor waren ein alter, suchender Hirsch sowie ein Platzhirsch vor weiblichen Tieren gefragt. Zum Einsatz kommen bei den Hirschrufern Hilfsmittel wie Ochsenhörner, Glaszylinder oder Tritonmuscheln, die den Klang verstärken. Eine Jury aus Förstern, Jägern und Experten für Rotwild vergab die Punkte wie immer «blind»: Sie lauschten den Klängen der Wettbewerbsteilnehmer über Kopfhörer - ohne zu sehen, wer gerade als Hirschrufer antrat. Das skurrile Spektakel soll das anspruchsvolle Handwerk der Lock- und Rufjagd lebendig halten: Erfahrene Hirschrufer können die Tiere so gut nachahmen, dass sie sie anlocken können. Der Wettbewerb wird seit 25 Jahren vom Jagdmagazin «Wild & Hund»mitorganisiert. Um die Sprache der Hirsche zu erlernen, brauche es jahrelange Erfahrung und Auseinandersetzung mit dem Verhalten und den Lebensgewohnheiten des Rotwildes, so die Veranstalter weiter. Auf dessen problematische Lage soll der Wettbewerb daher ebenfalls aufmerksam machen: Die größte heimische Wildart leide in isolierten Vorkommen häufig unter Inzucht und gerate in ihrem Lebensraum immer stärker unter Druck.Die Sprache der Hirsche zu lernen ist anspruchsvoll
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Ohne Geweih, doch mit Stimmgewalt: Bester Hirschrufer gekürt
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