14. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Öl fließt wieder - Pipeline nach Unfall erneut in Betrieb

Ein Leck in einer Pipeline in Brandenburg löst eine riesige Ölfontäne aus, die für schwarze Pfützen auf dem Boden sorgt. Nach dem Verschließen des Lecks ist ein weiterer Schritt getan.

Die Pipeline von Rostock nach Schwedt ist nach dem Austritt von Öl aus einem Leck wieder in Betrieb. (Archivbild)
Veröffentlicht am 14. Dezember 2025 um 14:42 Uhr

Nach dem Leck an einer Pipeline in Brandenburg mit Austritt von Hunderttausenden Litern Öl ist die wichtige Leitung von Rostock nach Schwedt wieder in Betrieb. «Nach Prüfung der betroffenen Ausrüstungsteile der Pipeline durch den TÜV haben wir von der Aufsichtsbehörde die Freigabe zur Wiederinbetriebnahme erhalten», teilte die Öl-Raffinerie PCK in Schwedt/Oder mit. Die Leitung sei am Samstag gegen 22.00 Uhr nach 80 Stunden Ausfall wieder in die Nutzung genommen worden.

Bei einem der größten Öl-Unfälle der vergangenen Jahre am Mittwoch traten bei Vorarbeiten für einen Sicherheitstest nahe Gramzow in der Uckermark im Nordosten Brandenburgs mindestens 200.000 Öl Liter aus. Erst nach mehreren Stunden wurde das Leck verschlossen. Laut Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hatten sich zwei Sicherungsbolzen aus bisher ungeklärter Ursache gelöst.

Zentrale Versorgungsader der Raffinerie

Mehr als zwei Hektar Acker waren dem Brandenburger Umweltministerium zufolge mit Öl bespritzt, das entspricht etwa zwei Fußballfeldern. Pumpwagen waren im Einsatz, Ölsperren wurden gelegt. Ob die verunreinigte Erde komplett abgetragen ist, war zunächst ebenso unklar wie die Frage nach möglichen Schäden.

Umweltschützer hatten sich besorgt gezeigt. Der Unglücksort liegt nur 30 Kilometer entfernt vom Nationalpark Unteres Odertal. Die Feuerwehr in Schwedt/Oder war am Mittwoch aber der Ansicht, dass eine weitgehende Verunreinigung des Grundwassers unwahrscheinlich sei, weil das Öl wegen des Regens wohl nicht tief ins Erdreich eingedrungen sei.

Versorgung mit Treibstoff nicht in Gefahr

Die Versorgung von Berlin und Brandenburg mit Kraftstoffen und Heizöl war angesichts von Reserven aber nicht gefährdet. Die 200 Kilometer lange Leitung vom Hafen Rostock nach Schwedt ist seit dem Jahr 2023 eine zentrale Versorgungsader für die Raffinerie. Sie versorgt weite Teile des Nordostens und Berlins mit Sprit, Heizöl und Kerosin.

Die Raffinerie in der Uckermark bezog fast 60 Jahre lang nur russisches Öl über die «Druschba»-Pipeline. Das endete 2023 wegen der Sanktionen gegen Russland, es gab andere Bezugsquellen wie etwa aus Kasachstan.

Raffinerie unter Treuhandverwaltung

PCK gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine entschied die damalige Bundesregierung jedoch, die Töchter im Jahr 2022 unter Treuhandverwaltung zu stellen.

Die Bundesregierung will die Ertüchtigung der Pipeline nach bisherigem Stand mit 400 Millionen Euro fördern. Doch dafür fehlt bisher das Einverständnis der EU-Kommission.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Aus aller Welt

Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.

weiterlesen...
Polizei ermittelt und sucht Unfallbeteiligte
Mitteilung der Polizei

30-Jähriger von E-Scooter erfasst und verletzt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Haus in Görlitz eingestürzt - Drei Menschen weiter vermisst
Aus aller Welt

Am Abend stürzt ein Haus im sächsischen Görlitz zusammen. Mit Hunden suchen Einsatzkräfte in der Nacht nach verschütteten Menschen. Drei Personen werden noch immer vermisst.

weiterlesen...
Verzweiflung nach Hauseinsturz: Mann sucht Frau und Cousine
Aus aller Welt

Ein Mann, seine Frau und seine Cousine wollten drei Tage Urlaub in Görlitz machen. Während er einkauft, stürzt die Ferienunterkunft ein. Ob die beiden Frauen in dem Haus waren, ist unklar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Haus in Görlitz eingestürzt - Drei Menschen weiter vermisst
Aus aller Welt

Am Abend stürzt ein Haus im sächsischen Görlitz zusammen. Mit Hunden suchen Einsatzkräfte in der Nacht nach verschütteten Menschen. Drei Personen werden noch immer vermisst.

weiterlesen...
Verzweiflung nach Hauseinsturz: Mann sucht Frau und Cousine
Aus aller Welt

Ein Mann, seine Frau und seine Cousine wollten drei Tage Urlaub in Görlitz machen. Während er einkauft, stürzt die Ferienunterkunft ein. Ob die beiden Frauen in dem Haus waren, ist unklar.

weiterlesen...