Vor dem offiziellen Start des Verkaufs von Raketen und Böllern für den Jahreswechsel warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor den Gefahren des Silvesterfeuerwerks. «Zunehmend sind Menschen übermütig und verwenden legale Gegenstände wie Böller oder Raketen unsachgemäß», sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke der Deutschen Presse-Agentur. Pyrotechnik für Silvester darf ab Montagmorgen verkauft werden. Auch Onlineshops dürfen vorab bestellte Böllerware an den letzten drei Werktagen des Jahres an die Haustüren liefern lassen. Nach dem vergangenen Silvester war in Deutschland die Diskussion über ein Böllerverbot wegen schwerer Vorfälle mit sogenannten Kugelbomben neu entfacht worden. Sie sind wegen ihrer hohen Explosionskraft hierzulande nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen. Rund um den Jahreswechsel starben fünf Männer bei Böller-Unfällen. Es gab zudem Angriffe auf Einsatzkräfte. Die GdP forderte mehr Böllerverbote und Schutzzonen in Städten. Eine solche Regelung werde dazu führen, dass Silvester sicherer werde und es weniger Angriffe gebe, sagte Kopelke. Die Innenminister von Bund und Länder konnten sich zuletzt aber nicht auf ein Verbot von privatem Feuerwerk einigen. Dazu sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge: «Es ist absolut unverständlich, dass Bundesinnenminister Dobrindt Städte und Gemeinden nicht unterstützt und absichert, dass Menschen in der Silvesternacht ordentlich geschützt werden können.» Alexander Dobrindt (CSU) müsse die Sprengstoffverordnung ändern, damit der Missbrauch von Feuerwerkskörpern rechtssicher unterbunden werden könne, forderte Dröge. Der Verkauf von gefährlichen Feuerwerkswaffen müsse verhindert werden. Zuvor hatte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ein Verbot privater Feuerwerke gefordert und die Innenminister von Bund und Ländern zum Handeln aufgerufen. Er verwies unter anderem auf schwere Verletzungen, die zahlreiche Menschen jedes Jahr durch explodierende Feuerwerkskörper erlitten, und volle Notaufnahmen in den Krankenhäusern. In den vergangenen Wochen hatten Polizei und Zoll immer wieder illegale Pyrotechnik beschlagnahmt. Die Berliner Polizei hatte zum Beispiel Mitte Dezember mitgeteilt, riesige Mengen an illegalen Böllern, Raketen, Kugelbomben und anderen Feuerwerkskörpern aus dem Verkehr gezogen zu haben. Auf der A12 bei Frankfurt (Oder) waren in einem Kleintransporter 500 Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt worden. Der Zoll warnt immer wieder: Manche Produkte, die in benachbarten Ländern oder online angeboten werden, würden nicht den deutschen Sicherheitsstandards entsprechen. Bei Kontrollen an der Grenze zu den östlichen EU-Ländern war ebenfalls Pyrotechnik sichergestellt worden. Mit Blick auf die bereits aufgestockte Zahl an Bundespolizisten an der Grenze sagte der GdP-Chef: «Die Kontrollen sind auf einem Höchststand, aber der Online-Handel nimmt zu und muss vom Zoll unterbunden werden.»Diskussion über Böllerverbot
Illegale Pyrotechnik beschlagnahmt
Bildnachweis: © Frank Hammerschmidt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Polizei-Gewerkschaft zu Böllern: Menschen sind übermütig
Silvester-Feuerwerk darf ab Montag offiziell gekauft werden. Illegale Pyrotechnik wurde bereits beschlagnahmt. Die Stimmen für eine Regulierung mehren sich.
Meistgelesene Artikel
- 22. April 2026
Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.
- 21. April 2026
Kriminalpolizei ermittelt nach Kellerbrand
Hinweise erbeten
- 20. April 2026
Polizei ermittelt und sucht Unfallbeteiligte
30-Jähriger von E-Scooter erfasst und verletzt
Neueste Artikel
- 18. Mai 2026
Mordurteil für 18-Jährigen nach Tod auf Parkplatz
Aus Wut, Zorn und Rache: Ein 18-Jähriger setzt sein Auto als Waffe ein und tötet heimtückisch ein Kind - so sieht es das Gericht. Nun muss der Täter von Niedernhall für einige Jahre ins Gefängnis.
Eine Höhle, enge Gänge, 50 Meter Tiefe – fünf Taucher aus Italien sterben auf den Malediven. Die Bergungsaktion war kompliziert. Nun konnten die Leichen aufgespürt werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 18. Mai 2026
Mordurteil für 18-Jährigen nach Tod auf Parkplatz
Aus Wut, Zorn und Rache: Ein 18-Jähriger setzt sein Auto als Waffe ein und tötet heimtückisch ein Kind - so sieht es das Gericht. Nun muss der Täter von Niedernhall für einige Jahre ins Gefängnis.
Eine Höhle, enge Gänge, 50 Meter Tiefe – fünf Taucher aus Italien sterben auf den Malediven. Die Bergungsaktion war kompliziert. Nun konnten die Leichen aufgespürt werden.

