Bei einem Schusswechsel in der kanadischen Großstadt Montreal sind drei Menschen getötet worden. Neben einem Polizeibeamten und einem Zivilisten sei auch der mutmaßliche Angreifer unter den Toten, teilte die Polizei mit. Außerdem gebe es zwei Verletzte, darunter eine Polizistin. Die Hintergründe seien noch offen. Ein terroristisches Motiv werde ausgeschlossen, hieß es zunächst. In anderen Statements wurde darauf verwiesen, es sei zu früh für Hinweise auf ein Motiv. Weitere Verdächtige in dem Fall gebe es nicht. Die Schüsse fielen am Montagmittag (Ortszeit) an einem Hotel im Stadtteil Côte-des-Neiges. Das Viertel ist für seine große Einwandererbevölkerung und jüdische Gemeinde bekannt. Augenzeugen berichten von Dutzenden Schüssen. Der mutmaßliche Angreifer habe Tarnkleidung getragen. Stundenlang herrschte Chaos: Die Polizei warnte vor einem «bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen» und rief dazu auf, die Gegend zu meiden. Zeugen erzählten von lauten Schreien, von Menschen, die wegliefen und anderen, die sich verbarrikadierten. Bei ihrer Ankunft am Tatort seien die Beamten unter Beschuss geraten, sagte ein Polizeisprecher. Daraufhin rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten der Polizei an. «Heute ist einer von uns gefallen, während er seine Pflicht erfüllte, schützte und diente», sagte Polizeichef Fady Dagher über den 34 Jahre alten Polizisten, der bei dem Einsatz getötet wurde. «Es ist ein sehr, sehr trauriger Tag. Es ist ein Alptraum.» Seit 24 Jahren sei in Montreal kein Polizist mehr im Einsatz getötet worden. Die angeschossene Polizistin schwebe nicht mehr in Lebensgefahr, hieß es weiter. Bei dem getöteten Zivilisten handelt es sich nach Angaben einer jüdischen Organisation in Kanada um ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Montreals. Örtlichen Medienberichten zufolge soll der Mann 68 Jahre alt gewesen sein. Videos, die nach der Tat im Internet kursierten, deuten laut Medienberichten darauf hin, dass er möglicherweise von Polizisten erschossen wurde. Die Polizei verwies dazu auf laufende Ermittlungen. Kanadischen Medien zufolge soll der Täter ein Manifest verfasst haben. Eine Bestätigung der Sicherheitsbehörden gab es dafür zunächst nicht. Laut «Globe and Mail» ist im Anschluss an die Tat eine Warnung an Polizeibehörden im ganzen Land verschickt worden, in der vor Nachahmungstaten gewarnt worden sei. Die Zeitung beruft sich dabei auf informierte Kreise. Im mutmaßlichen Manifest werde die Bevölkerung dazu aufgerufen, auf Polizisten zu schießen. Weiteren Medienberichten zufolge enthielt das Dokument demnach auch hasserfüllte Sprache, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist - eine antifeministische Online-Community, die archaische Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative propagiert.Die beiden Opfer
Das mutmaßliche Manifest - Eine Bedrohung für Polizisten?
Bildnachweis: © Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpa
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Schüsse in Montreal: Polizist, Zivilist und Verdächtiger tot
Am helllichten Tag fallen in einem dicht bewohnten Viertel der kanadischen Metropole Montreal Schüsse. Dutzende sollen es laut Augenzeugen gewesen sein. Von einem «Alptraum» spricht die Polizei.
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