28. Mai 2025 / Aus aller Welt

Rattengift schadet Fischen und kann bei ihnen zum Tod führen

Das Gift soll eigentlich Ratten bekämpfen, doch gelangt über Köder in die Umwelt und auch in Flüsse. Nicht nur für Fische kann das gefährlich werden.

Nach EU-Recht ist Rattengift in Ausnahmefällen für begrenzte Dauer erlaubt (Archivbild).
Veröffentlicht am 28. Mai 2025 um 15:00 Uhr

Rattengift in deutschen Flüssen kann bei Fischen zu schwerwiegenden Symptomen bis hin zum Tod führen. Das haben Langzeitversuche mit Regenbogenforellen gezeigt, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (Uba) erfolgten. Die Versuche wurden von Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des Bayerischen Landesamtes für Umwelt im Labor durchgeführt.

«Wie bei Ratten und Mäusen führt das Rattengift auch bei Fischen zeitverzögert zu einer Hemmung der Blutgerinnung, Blutanämie, inneren und äußeren Blutungen und schließlich zum Tod», wie das Uba erklärt. Der Wirkstoff reicherte sich bei den Fischen in der Leber an. Die Wissenschaftler gaben den Tieren den Wirkstoff Brodifacoum, der in vielen Rattengiften enthalten ist und in gleicher Konzentration bereits bei wildlebenden Fischen nachgewiesen wurde. Laut Uba sind zahlreiche Fische in deutschen Flüssen mit Rattengift belastet.

Gift auch in Fischottern gefunden 

Auch in Leberproben von Fischottern und zwei fischfressenden Vogelarten fanden die Wissenschaftler Stoffe, die in Giftködern verwendet werden. Untersucht wurden Otter, die auf der Straße überfahren wurden. 

Im Kampf gegen Ratten werden mit Rattengift versetzte Fraßköder zum Teil in der Kanalisation oder in der Nähe von Gewässern ausgebracht. Bei Wasserkontakt lösen sich die Giftköder auf und die Wirkstoffe gelangen in den Wasserkreislauf, wie das Uba erklärt. Die Wirkstoffe seien zuvor auch schon in einer Vielzahl von anderen Wildtieren festgestellt worden.

Wasserdichte Köder und sichere Entsorgung von Lebensmittelresten

Eine Lösung sei, wasserdichte Köderschutzstationen anzubringen, so das Uba. Den Angaben zufolge soll ihr Einsatz in der Europäischen Union ab 2026 in der Kanalisation und in Uferbereichen verpflichtend sein. Zum Kampf gegen Ratten meint das Uba: «Langfristig effektiver ist es, den Tieren die Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten zu entziehen.» Alle könnten etwas dazu beitragen, die Zahl der Ratten und damit auch den Einsatz von Rattengiften zu verringern, zum Beispiel, indem Lebensmittelreste sicher entsorgt würden.


Bildnachweis: © Soeren Stache/dpa
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