21. August 2025 / Aus aller Welt

Richter mit Herz: Social-Media-Star Frank Caprio gestorben

Sich selbst bezeichnete er als «Richter in einer Kleinstadt». Doch seine Urteile bewegten Millionen in den sozialen Netzwerken. Nun ist der US-Richter Frank Caprio im Alter von 88 Jahren gestorben.

Caprio starb nach Angaben seiner Familie im Alter von 88 Jahren. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. August 2025 um 15:34 Uhr

Der für seine mitfühlenden Urteile bekannte US-amerikanische Richter Frank Caprio ist tot. Er sei am Mittwoch (Ortszeit) nach einem «langen und mutigen» Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs friedlich im Beisein seiner Familie gestorben, teilte sein Sohn David Caprio in einem Video auf dem Instagram-Account des Richters mit. Caprio wurde 88 Jahre alt.

Der 1936 geborene Jurist arbeitete nach Angaben von US-Medien fast 38 Jahre lang am Amtsgericht der Stadt Providence im Nordosten der USA. Internationale Bekanntheit erlangte er durch die Fernsehsendung «Caught in Providence» (übersetzt: «Erwischt in Providence»), die echte Fälle - etwa Verkehrsdelikte oder Parkverstöße - begleitete. In den sozialen Medien wurde er für sein Einfühlungsvermögen und seinen Humor in den Verhandlungen gefeiert.

Einfühlsame Urteile gingen viral

In einem dieser Fälle hatte ein 96-Jähriger die Geschwindigkeitsbegrenzung nahe einer Schule überschritten. Er fahre nur, wenn es wirklich nötig sei, sagte der Mann dem Richter. In diesem Fall habe er seinen 63-jährigen krebskranken Sohn zum Arzt gebracht. «Sie sind ein guter Mann», sagte Caprio dem 96-Jährigen daraufhin, «ihr Verfahren ist eingestellt». Der Auszug aus der Fernsehshow wurde auf YouTube knapp sechs Millionen mal angeklickt.

«Ich bin nur ein Richter am Amtsgericht einer Kleinstadt, der versucht, Gutes zu tun», sagte Caprio dem Sender CBS News im vergangenen Jahr in einem Interview. «So bin ich eben, ich versuche, die Umstände der Menschen vor mir zu berücksichtigen.» In dem Post auf Caprios Instagram-Seite hieß es nach seinem Tod: «Mögen wir uns zu seinen Ehren bemühen, ein bisschen mehr Mitgefühl in die Welt zu bringen - so wie er es jeden Tag getan hat.»


Bildnachweis: © Michelle R. Smith/AP/dpa
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