Die renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise sind im nordspanischen Oviedo bei einer Galaveranstaltung verliehen worden. Unter den insgesamt acht Preisträgern waren dieses Jahr der koreanisch-deutsche Philosoph Byung-Chul Han, der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi, die US-Tennisspielerin Serena Williams und das mexikanische Nationalmuseum für Anthropologie (MNA). Die acht mit je 50.000 Euro dotierten Auszeichnungen, die in Spanien mit den Nobelpreisen verglichen werden, wurden von Spaniens Kronprinzessin Leonor übergeben. Die 19-Jährige sprach sich in ihrer Rede für Respekt gegenüber Andersdenkenden, für Bildung, für die Schwachen, die Alten, die Wohnungssuchenden aus. «Mir ist bewusst, dass Worte, die vom Rednerpult gesprochen werden, manchmal leer klingen können», räumte sie ein. Doch sie wolle nicht schließen, ohne die Notwendigkeit von Vertrauen, Gerechtigkeit und Demokratie angesichts von Willkür, Intoleranz oder Angst zu betonen, sagte die Tochter von König Felipe VI. und Königin Letizia, die ebenfalls an der Zeremonie teilnahmen. Han erhielt den Preis in der Sparte Kommunikation und Geisteswissenschaften. Die Jury würdigte ihn in einer Mitteilung als eine der prägendsten intellektuellen Stimmen der Gegenwart, dessen Werk einen unverzichtbaren Beitrag zur Reflexion über die moderne Gesellschaft leiste. Der in Seoul geborene Philosoph lebt seit Jahrzehnten in Deutschland. Er wurde durch Bücher wie «Die Müdigkeitsgesellschaft» und «Transparenzgesellschaft» international bekannt. In seinen Analysen beschreibt er die Symptome einer erschöpften Gesellschaft: Leistungsdruck, Selbstoptimierung, digitale Kontrolle und schwindende zwischenmenschliche Nähe. In seiner Rede betonte er die Bedeutung gegenseitigen Respekts. «Heutzutage erklären wir jemanden zum Feind, sobald er eine andere Meinung hat als wir», beklagte er. Ohne Moral verliere die Demokratie ihren Inhalt und werde zu einem bloßen Apparat reduziert, warnte er. Draghi wurde mit dem Preis in der Sparte Internationale Zusammenarbeit geehrt. Während seiner gesamten Karriere als Wirtschaftswissenschaftler und Politiker sei er eine Schlüsselfigur bei der Verteidigung der europäischen Integration und der internationalen Zusammenarbeit gewesen, schrieb die Jury. Draghi, der auch Präsident der Europäischen Zentralbank war, sprach sich in seiner Rede angesichts der Herausforderungen einer polarisierten Welt für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten mit verstärkter Zusammenarbeit zwischen Ländern aus, die schneller vorankommen wollten. Das Museum MNA erhielt die Auszeichnung in der Sparte Eintracht als Ort der Reflexion über das indigene Erbe der mexikanischen Nation, das sich für die Verbreitung, Erforschung und Bewahrung des kulturellen Erbes einsetze. Weitere Preisträger sind der spanische Schriftsteller Eduardo Mendoza (Sparte Literatur), der US-Soziologe Douglas Massey (Sozialwissenschaften), die mexikanische Fotografin Graciela Iturbide (Künste) und die US-Genetikerin Mary-Claire King (Forschung und Technik).Han kritisiert Intoleranz gegenüber anderen Meinungen
Draghi für ein Europa der zwei Geschwindigkeiten
Williams gelte als eine der größten Tennisspielerinnen der Geschichte. Mit ihrer körperlichen und mentalen Stärke und ihrer tadellosen Technik habe sie zahlreiche Rekorde im Damentennis gebrochen, begründete die Jury den Preis in der Kategorie Sport.
Die «Premios Princesa de Asturias» sind nach der Thronfolgerin benannt und werden alljährlich im Oktober in Oviedo vergeben. Die Preisträger erhalten neben den 50.000 Euro auch die Nachbildung einer Statue von Joan Miró.
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Serena Williams von Kronprinzessin ausgezeichnet
Spaniens Kronprinzessin Leonor hat die Prinzessin-von-Asturien-Preise überreicht. Mit klaren Worten sprach sich die 19-Jährige für Respekt und Demokratie aus – und warnte vor Intoleranz.
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