Die spanische Polizei hat der internationalen Kokain-Mafia innerhalb kurzer Zeit in Madrid und im Luxus-Badeort Marbella spektakuläre Schläge versetzt. Im «spanischen Saint Tropez» an der Costa del Sol sei eine internationale Bande mit Verbindungen zur niederländisch-marokkanischen «Mocro-Mafia» zerschlagen worden, teilte die Polizei mit. Dabei wurden fünf Menschen festgenommen und 873 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Bei einem anderen Einsatz der Policía Nacional wurde zuvor in Madrid der Hells-Angels-Rocker Michael M. verhaftet, der von den USA wegen Mordes und Drogenhandels gesucht wird. Der 36-jährige Neuseeländer sei nach einer Party der Rockerbande in Spanien an einer Autobahnausfahrt dingfest gemacht worden. Er sei von der Justiz in Texas seit zwei Jahren per internationalem Haftbefehl gesucht worden und solle nun ausgeliefert werden, hieß es. Der Mann soll unter anderem in den Kauf von mehreren Hundert Kilogramm Kokain und anderen Drogen verwickelt sein. Zudem wird ihm vorgeworfen, 20.000 US-Dollar für die Ermordung eines Rivalen bezahlt zu haben. In den USA hätte er sich vor Gericht verantworten müssen, tauchte aber unter und hielt sich mutmaßlich mit falschen Papieren auch in der Slowakei und Frankreich auf. Die in Marbella ausgehobene Bande soll derweil immer wieder große Mengen Kokain per Containerschiff aus Ecuador über den Hafen von Algeciras nach Spanien geschmuggelt haben. Die Festnahmen erfolgten laut Polizei im Parkhaus eines Einkaufszentrums, als die Verdächtigen die Drogen in einen Transporter umluden. Neben Kokain wurden Bargeld, Mobiltelefone und Luxusfahrzeuge sichergestellt. Gegen drei weitere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe seien internationale Haftbefehle erlassen worden, hieß es. Spanien wird nach Behördenerkenntnissen zunehmend zum neuen und wichtigsten Einfallstor der Kokain-Mafia in Europa. Im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen verdoppelte sich die beschlagnahmte Kokain-Menge 2023 im Vergleich zum Vorjahr auf 118 Tonnen, wie das Innenministerium mitteilte. Vor nur fünf Jahren waren es 37 Tonnen. Zahlen für 2024 gibt es bisher nicht, ein weiterer deutlicher Anstieg gilt aber nach mehreren spektakulären Beschlagnahmungsaktionen in den vergangenen Monaten als sicher.20.000 US-Dollar für die Ermordung eines Rivalen
Spanien wird neues europäisches «Einfallstor» für Kokain
Bildnachweis: © Federico Gambarini/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Spektakuläre Schläge gegen Koks-Mafia in Madrid und Marbella
Spanien wird zunehmend zum Einfallstor der Kokain-Mafia in Europa. Die Polizei hat im beliebten Urlaubsland alle Hände voll zu tun - und verzeichnet auch Erfolge. Zuletzt in einem Luxus-Badeort.
Meistgelesene Artikel
Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden. Im August soll es Wissenschaftlern zufolge einen ähnlichen Vorfall geben.
- 19. Juli 2026
Großer Waldbrand bei Madrid außer Kontrolle
Nordöstlich von Madrid hat ein Waldbrand bei Guadalajara bereits Tausende Hektar verbrannt. Allein in einer Nacht fraßen sich die Flammen 14 Kilometer voran. Woanders gab es hingegen gute Nachrichten.
- 20. Juli 2026
Tschechien bringt Handyverbot an Schulen auf den Weg
Ab September 2027 sollen in Tschechien Smartphones und Smartwatches aus den Klassenzimmern verschwinden. Kritiker halten das für Populismus - und warnen vor Frust bei den Schülern.
Neueste Artikel
- 15. August 2026
Bewohner kehren nach Waldbrand in Hürtgenwald zurück
Die Flammen rückten bis auf 250 Meter an die Häuser heran – jetzt dürfen die Menschen zurück. Der Landrat des Kreises Düren gab am Abend seine Zustimmung.
- 15. August 2026
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. August 2026
Bewohner kehren nach Waldbrand in Hürtgenwald zurück
Die Flammen rückten bis auf 250 Meter an die Häuser heran – jetzt dürfen die Menschen zurück. Der Landrat des Kreises Düren gab am Abend seine Zustimmung.
- 15. August 2026
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

