31. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Sternenhimmel an Silvester - der Extra-Blick lohnt sich

Wintersechseck, Mond und Jupiter: Am Silvesterhimmel gibt es nicht nur Raketen zu sehen. Besonders schön wirkt das Sternbild Orion - und in dunklen Regionen das schimmernde Band der Milchstraße.

In der Silvesternacht lohnt nicht nur der Blick auf Raketengefunkel. (Archivbild)
Veröffentlicht am 31. Dezember 2025 um 04:00 Uhr

Wohl in keiner anderen Nacht des Jahres verlassen um Mitternacht so viele Menschen ihre Häuser. Sie sollten es nicht versäumen, bei gutem Wetter noch ein wenig in den Himmel zu schauen, wenn alle Böller und Raketen gezündet sind und sich die Rauchschwaden verzogen haben. Denn in der Mitte der Nacht präsentiert sich der Winterhimmel in voller Pracht.

Den gesamten südlichen Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit - also dem Punkt genau über unserem Kopf - nehmen die Sternbilder des Wintersechsecks ein. Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux in den Zwillingen. In der Silvesternacht bereichern zudem der fast volle Mond im Stier und der hell strahlende Planet Jupiter in den Zwillingen das Wintersechseck.

Rechts vom Mond sieht man eine kleine Ansammlung von Sternen, das Siebengestirn der Plejaden. Dieser 444 Lichtjahre entfernte Sternhaufen enthält viele Hundert Sterne, von denen - je nach Sichtbedingungen - aber nur sechs bis neun hell genug sind, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein. Es lohnt sich deshalb, den Sternhaufen mit einem lichtstarken Fernglas anzuschauen.

Das faszinierende Sternbild Orion

Besonders schön anzusehen ist das im Süden stehende Sternbild Orion. Vier helle Sterne bilden die Schultern und die Knie des Jägers aus der griechischen Mythologie, drei in einer Reihe liegende Sterne seinen Gürtel, an dem - eine weitere Reihe leuchtschwächerer Sterne - sein Schwert hängt. In der Mitte des Schwertes kann man im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen ausmachen. Das ist der Große Orionnebel, eine 25 Lichtjahre große Gaswolke in etwa 1.300 Lichtjahren Entfernung.

Hat man das Fernglas einmal zu Hand, lohnt es sich, über die Zwillinge weiter nach links in das Sternbild Krebs zu schwenken. Dort kann man einen weiteren Sternhaufen aufspüren, die Krippe, lateinisch Praesepe. Der Name leitet sich nicht, wie oft angenommen, von der Weihnachtsgeschichte ab, sondern aus der griechischen Mythologie: Es handelt sich um die Futterkrippe zweier Esel, die den Gott Dionysos über einen Fluss trugen.

Schimmerndes Band unserer Galaxie

Verbringt man die Silvesternacht nicht in einer hell erleuchteten Stadt, sondern in einer dunklen Region, kann man von Südosten her aufsteigend das schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das sich durch Zwillinge und Fuhrmann hindurchzieht und dann weiter durch die Sternbilder Perseus und Kassiopeia nach Nordwesten führt.

Auch hier lohnt sich ein Blick mit dem Fernglas. Er zeigt uns eine Vielzahl schwacher Sterne, die das schimmernde Band erzeugen: Unsere Milchstraße ist ein gigantisches, scheibenförmiges System aus mehreren Hundert Milliarden Sternen. Weil wir uns mit unserem Sonnensystem im Inneren dieser Scheibe befinden, sehen wir sie als leuchtendes Band, das sich über den Himmel erstreckt.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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