2. Juni 2025 / Aus aller Welt

Studie relativiert Eltern-Mythos zu Sorgen um Klima

Eine Annahme besagt, dass Menschen sich generell mehr um Umwelt und Klima sorgen, wenn sie ein Kind bekommen. Eine Studie aus Oldenburg kommt zu einem anderen Ergebnis.

Die Studie basiert auf einer sozialwissenschaftlichen Langzeitbefragung in Deutschland. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 2. Juni 2025 um 14:11 Uhr

Die Geburt eines Kindes hat insgesamt nur einen geringen Einfluss auf die Umwelt- und Klimasorgen der Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Trinity College in Dublin. «Unsere Studie zeigt, dass sich die verbreitete Annahme, Menschen würden sich durch die Geburt eines Kindes verstärkt um Umwelt und Klima sorgen, so pauschal nicht bestätigen lässt», sagte die Soziologin Gundula Zoch von der Universität Oldenburg. 

Die vorausgegangene Hypothese basiert auf der Vermutung, dass Eltern ihren Kindern eine sichere Zukunft wünschen und befürchten, dass Umwelt- und Klimaprobleme diese gefährden. «Tatsächlich zeigen unsere Ergebnisse jedoch, dass Eltern rund um die Geburt tendenziell von etwas weniger Sorgen um Umwelt und Klima berichten», betonte Zoch.

Der Grund dafür liege darin, dass der Alltag mit einem Baby andere, unmittelbare Prioritäten mit sich bringe. Der Umwelt- und Klimaschutz rücke in den Hintergrund. Erst wenn die Kinder im Schulalter seien, äußern Eltern wieder ähnliche Sorgen wie vor der Geburt. Zoch wertete für die Studie zusammen mit einer Kollegin Umfragedaten des Sozio-oekonomischen Panels von 1984 bis 2020 aus. Für dieses werden jedes Jahr dieselben Menschen in Deutschland befragt.


Bildnachweis: © Tim Würz/dpa
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