4. Juni 2025 / Aus aller Welt

Suchaktion im Fall Maddie wiederaufgenommen

Im Süden Portugals wird diese Woche nach langer Zeit wieder nach der seit 2007 verschwundenen Maddie gesucht. Finden die Ermittler etwas Wichtiges, das endlich zur Aufklärung beitragen kann?

Im Rahmen der Ermittlungen deutscher Behörden gegen den verurteilten Sexualstraftäter Christian B. wird eine Suchaktion in Portugal durchgeführt.
Veröffentlicht am 4. Juni 2025 um 12:41 Uhr

Die neue Suchaktion im Fall der seit mehr als 18 Jahren verschwunden Madeleine McCann wird im Süden Portugals nach der nächtlichen Unterbrechung fortgesetzt. In dem circa 50 Hektar großen, abgesperrten Suchgebiet unweit des Algarve-Badeortes Praia da Luz seien wieder portugiesische und deutsche Beamte im Einsatz, berichteten die Zeitung «Correio da Manhã» und der TV-Sender «SIC Notícias».

Die portugiesische Kriminalpolizei bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur die Wiederaufnahme der Arbeiten. Zum bisherigen Verlauf der Suchaktion gibt es vorerst allerdings keine offizielle Mitteilung.

Laut «Correio da Manhã» wurden am Montag und Dienstag mehrere verlassene Häuser sowie Wasserbrunnen und Zisternen in Augenschein genommen. Auch seien einige Ausgrabungen durchgeführt worden. Etwas Relevantes sei aber nicht entdeckt worden, versicherte das gewöhnlich zuverlässige Blatt.

Haben neue Hinweise zur neuen Suche geführt?

Ob neue Hinweise vorliegen, die zur neuen Suche geführt haben, ist nicht bekannt. Das aktuelle Suchgebiet war von den Ermittlern in der Vergangenheit bereits mehrfach erkundet worden. In dem Feldgebiet, das etwa so groß wie 70 Fußballfelder ist, gibt es laut Medien nur ein bewohntes Haus und ansonsten einige verlassene Ruinen. Es befindet sich unweit eines beliebten Urlaubsgebiets zwischen den Stränden Praia da Luz und Porto de Mós.

An der neuen Suchaktion nehmen diese Woche neben den Beamten beider Länder unter anderem Taucher und Feuerwehrwehrmänner teil. Eingesetzt werden auch Bodenradare und Spürhunde. Der Medienrummel vor Ort ist erneut groß - aber nicht mehr so groß wie in den vergangenen Jahren, hieß es in den portugiesischen Medien. 

Die erste Suchaktion nach zwei Jahren soll voraussichtlich am Donnerstag enden, wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage mitteilte. Zu den Hintergründen der Suche, die die portugiesischen Strafverfolgungsbehörden mit Unterstützung von Beamten des deutschen Bundeskriminalamtes umsetzen, könnten aber weiterhin keine Angaben gemacht werden, hieß es.

Verdächtiger könnte spätestens Anfang 2026 freikommen.

Maddie, wie das britische Mädchen genannt wird, war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag spurlos aus einer Ferienanlage in Praia da Luz im Bezirk Lagos verschwunden. Deutsche Ermittler vermuten, dass Maddie entführt und ermordet wurde. Sie verdächtigen den 48 Jahre alte deutschen Christian B., der aktuell wegen eines anderen Falls in einem deutschen Gefängnis sitzt.

Zuständig ist die Strafverfolgungsbehörde aus Niedersachsen, weil der Verdächtige seinen letzten Wohnsitz in Deutschland in Braunschweig hatte. Der vorbestrafte Sexualstraftäter verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen der Vergewaltigung einer damals 72-jährigen Amerikanerin in Praia da Luz ab - dem Ort, in dem Madeleine verschwand. Es gibt keine Anklage gegen ihn im Fall Maddie; es gilt die Unschuldsvermutung. Der Mann könnte spätestens Anfang 2026 freikommen.


Bildnachweis: © James Manning/PA Wire/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis begeistert in Spanien und Deutschland
Aus aller Welt

Ausgebuchte Hotels, Straßensperrungen und ein Hype um Balkone: Ein spektakuläres Naturschauspiel versetzt Spanien in den Ausnahmezustand. Auch in Deutschland blicken Millionen gebannt zum Himmel.

weiterlesen...
Hurrikan «Lala» vor Hawaii: Zehntausende ohne Strom
Aus aller Welt

Hurrikan «Lala» zieht dicht an Big Island vorbei. Zehntausende sind ohne Strom, Straßen sind überflutet. Auch Maui und Oahu müssen sich auf Sturm und Starkregen einstellen.

weiterlesen...
Polizei-Mobil in Meckenheim
Mitteilung der Polizei

Kriminalpolizei berät vor Ort

weiterlesen...

Neueste Artikel

Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus aller Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Reisebus umgestürzt: Tödliches Unglück in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus aus den Niederlanden mit knapp 50 Insassen stößt im Engadin gegen eine Leitplanke und kippt um. Was bisher über den Unfall bekannt ist - und warum die Polizei Details vorerst zurückhält.

weiterlesen...
«Ein bisschen befremdlich» - Erdbeben in der Region Mannheim
Aus aller Welt

Ein Erdbeben in Worms ist auch weiter weg zu spüren. Die Mannheimer Polizei etwa berichtet von Erschütterungen, die Wormser von mehreren Notrufen. Was bislang bekannt ist.

weiterlesen...