19. März 2026 / Aus aller Welt

Tag der Stille legt Bali lahm - Regeln auch für Touristen

Flughafen dicht, leere Straßen und Strände: Auf Bali herrscht 24 Stunden absolute Ruhe. Am Tag der Stille kommt das öffentliche Leben zum Erliegen. Auch Touristen müssen sich an die Regeln halten.

Die kunstvoll gestalteten Skulpturen, Ogoh-Ogoh genannt, stehen für böse Geister – und werden in einem symbolischen Akt der Reinigung verbrannt.
Veröffentlicht am 19. März 2026 um 06:27 Uhr

Kein Motorengeräusch, kein Stimmengewirr, keine Musik: Die sonst so lebhafte Insel Bali ist in völliger Stille versunken. Mit «Nyepi», dem Tag der Stille, begehen die Bewohner seit dem frühen Morgen (Ortszeit) das balinesische Neujahr – und für 24 Stunden kommt das Leben auf der weltbekannten indonesischen Urlaubsinsel vollständig zum Erliegen. Die Zeitung «Bali Sun» sprach vom «schönsten Tag des Jahres»

Die Behörden erinnern regelmäßig daran, dass an diesem Tag strenge Regeln gelten – auch für Touristen. Niemand darf auf die Straße, der Verkehr ruht komplett, und selbst der internationale Flughafen Ngurah Rai bleibt geschlossen: Kein Flug startet oder landet.

Datum richtet sich nach dem Mondkalender

«Nyepi» ist der bedeutsamste Feiertag des balinesischen Hinduismus. Er markiert den Beginn eines neuen Jahres im balinesischen Saka-Kalender, dessen Datum sich nach dem Mond richtet und deshalb jährlich variiert. Bali ist innerhalb Indonesiens - dem größten muslimischen Land der Erde - die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert.

Am Vorabend wurde es dagegen noch einmal laut: Bei traditionellen Paraden zogen riesige Dämonenfiguren, sogenannte Ogoh-Ogoh, durch die Straßen. 

Akt der Reinigung

Die kunstvoll gestalteten Skulpturen stehen für böse Geister und werden nach den Paraden traditionell unter großem Lärm verbrannt – ein symbolischer Akt der Reinigung, den auch viele ausländische Besucher verfolgen. Balinesische Medien feierten das Event als «eines der aufregendsten Kulturspektakel in ganz Indonesien».

Ab dem Sonnenaufgang herrscht dann absolute Ruhe. Häuser, Hotels und Villen dürfen nicht verlassen werden, Autos bleiben stehen, Strände sind leer. Auch künstliches Licht soll möglichst reduziert werden, viele Menschen fasten oder widmen sich Meditation und Selbstreflexion.

Kleine Ausnahmen für Touristen

Touristen dürfen sich aber meist innerhalb von Hotelanlagen frei bewegen und sich etwa im Garten oder am Pool aufhalten. Viele Hotels haben ihre Gäste bereits im Vorfeld mit Lebensmitteln versorgt oder bieten eingeschränkte Verpflegung mittels Buffets an – allerdings ohne regulären Servicebetrieb, da auch Arbeit an «Nyepi» untersagt ist.

Die Einhaltung der Vorschriften wird von lokalen Sicherheitskräften kontrolliert. Von Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten. Trotz der Einschränkungen gilt «Nyepi» für viele als ganz besondere Erfahrung: Die ungewohnte Stille verleiht der vom Massentourismus gebeutelten Insel eine fast spirituelle Atmosphäre.


Bildnachweis: © Firdia Lisnawati/AP/dpa
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