28. August 2025 / Aus aller Welt

Unwetter könnte Suche nach Deutschem am Comer See verzögern

Ein Deutscher sprang in den Comer See, um seine Kinder zu retten – und tauchte nicht mehr auf. Die Suche dauert an, wird aber von schweren Unwettern bedroht.

Der Comer See liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Mailand und gehört zu den bekanntesten Ferienregionen Italiens. (Archivbild)
Veröffentlicht am 28. August 2025 um 09:58 Uhr

Einsatzkräfte suchen auch am vierten Tag weiter nach einem deutschen Familienvater, der im Comer See in Norditalien verschwunden ist. Für die Suche in großer Tiefe kommt ein ferngesteuerter Unterwasserroboter zum Einsatz, wie ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach Medienberichten hat der Vermisste italienische Wurzeln und lebt mit seiner Familie in Bühl in Baden-Württemberg.

Wie lange heute gesucht wird, hängt jedoch vom Wetter ab, betonte der Sprecher. Unwetter sind angekündigt, die Aktion könnte jederzeit unterbrochen werden. Für die Region in der Lombardei rundum dem Comer See gilt die höchste Warnstufe, es werden schwere Regenfälle, Gewitter und Sturmböen erwartet.

Der 55-Jährige war am Montagnachmittag bei Dorio am Ostufer des Sees ins Wasser gesprungen, nachdem seine Kinder aus ungeklärter Ursache über Bord gegangen waren. Während sie in Sicherheit gebracht werden konnten, tauchte er selbst nicht wieder auf. Vermutet wird, dass er von einer Strömung erfasst wurde. 

Ähnlicher Fall endete 2024 tragisch

Im Juli 2024 war ein 51-jähriger Deutscher aus Niedersachsen in fast identischer Situation ums Leben gekommen. Sein zwölfjähriger Sohn war beim Schwimmen in Schwierigkeiten geraten. Der Vater rettete ihm, tauchte jedoch nicht wieder auf. Zwei Tage später wurde sein lebloser Körper in mehr als 200 Metern Tiefe zwischen Dongo und Piona gefunden.

Der Comer See liegt rund 80 Kilometer nördlich von Mailand. Mit stellenweise über 400 Metern Tiefe gehört er zu den tiefsten Seen Europas. Besonders im Norden können wechselhafte Winde starken Wellengang verursachen.


Bildnachweis: © Bernhard Krieger/dpa-tmn
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