1. Mai 2026 / Aus aller Welt

Hoher Wellengang: Wal-Transportschiff kommt nicht weiter

Nach tagelanger Fahrt entlang der dänischen Küste ist der Lastkahn mit dem Buckelwal fast in der Nordsee angekommen. Erst dort soll das Tier eigentlich abgeladen werden. Doch es gibt Probleme.

Das Transportschiff mit dem Wal ist seit mehreren Tagen unterwegs.
Veröffentlicht am 1. Mai 2026 um 10:11 Uhr

Der Lastkahn mit dem mehrfach an deutschen Küsten gestrandeten Buckelwal hat am Morgen nach tagelanger Reise fast die Nordsee erreicht. Etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt drehte das Schiff dann aber zunächst ab, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten war. Grund seien die schwierigen Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffs «Robin Hood», dem Sender NDR.

Am nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.

Nach Angaben von Teammitgliedern der privaten Initiative für den Transport wird am Vormittag beraten, wie es weitergehen soll. Zu den Möglichkeiten zählt demnach, an ruhigerer Stelle auf besseres Wetter zu warten - oder aber, den Wal direkt an Ort und Stelle und doch nicht erst in der Nordsee freizusetzen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal in der sogenannten Barge groß, hieß es.

Am Dienstag war der wochenlang an der Ostseeküste im Flachwasser liegende Wal in den Lastkahn bugsiert worden. In dem mit Wasser gefüllten Stahlbecken, der vom Schlepper «Fortuna B» gezogen wird, war das zwölf Meter lange, geschwächte Tier in den vergangenen Tagen in Richtung Nordsee geschippert worden. Nach Plänen der privaten Initiative, die für den Transport verantwortlich ist, soll der Wal in tiefem Wasser ausgesetzt werden. Wo genau, stand den Angaben zufolge zunächst nicht fest.

In Dänemark rettet man gestrandete Wale nicht

Sollte das Tier nach der Aktion abermals stranden, würden ihm die dänischen Behörden nicht helfen: Das dänische Umweltministerium teilte mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette. Strandungen seien «ein natürlich vorkommendes Phänomen» und Wale sollten generell «nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört» werden.

Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.


Bildnachweis: © Christoph Reichwein/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Meckenheimer Blütenfest 2026
Veranstaltung

Ein vielfältiges Programm voller Aktionen und Attraktionen für die ganze Familie

weiterlesen...
Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Aus aller Welt

Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Was man aus dem Fall des Buckelwals «Timmy» lernen kann
Aus aller Welt

Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist tot und treibt vor der Küste der dänischen Insel Anholt. Was bleibt von dem Wirbel um «Timmy»?

weiterlesen...
Kongo und Uganda: WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs Alarm aus
Aus aller Welt

Kein Impfstoff, eine heikle Sicherheitslage und Menschen auf Wanderschaft: Warum der aktuelle Ebola-Ausbruch laut WHO ein «außergewöhnliches Ereignis» ist.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Was man aus dem Fall des Buckelwals «Timmy» lernen kann
Aus aller Welt

Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist tot und treibt vor der Küste der dänischen Insel Anholt. Was bleibt von dem Wirbel um «Timmy»?

weiterlesen...
Kongo und Uganda: WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs Alarm aus
Aus aller Welt

Kein Impfstoff, eine heikle Sicherheitslage und Menschen auf Wanderschaft: Warum der aktuelle Ebola-Ausbruch laut WHO ein «außergewöhnliches Ereignis» ist.

weiterlesen...