26. März 2025 / Aus aller Welt

Wegen Parfüms: Blasphemie-Klage gegen Influencer in Pakistan

In einem Video stellt er ein Parfüm mit einem provokanten Namen vor und gerät damit ins Visier der Justiz. Dem Internet-Star droht nun in Pakistan die Festnahme - und möglicherweise Schlimmeres.

Der Influencer hatte in einem Video sein Parfüm mit dem Namen 295 vorgestellt - dem Paragrafen des Blasphemiegesetzes in Pakistan. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 26. März 2025 um 09:50 Uhr

Ein Influencer ist in Pakistan wegen Gotteslästerung angeklagt worden, weil er ein nach dem Blasphemiegesetz benanntes Parfüm auf den Markt gebracht hat. Gegen den Internet-Star mit Millionen von Followern sei ein Verfahren wegen der «Verletzung religiöser Gefühle» eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher in der Stadt Lahore der Deutschen Presse-Agentur.

Der Influencer hatte mit einem Video Kritik auf sich gezogen, in dem er sein Parfüm mit dem Namen 295 vorstellte - dem Paragrafen des Blasphemiegesetzes in dem südasiatischen Land. Das Video ist inzwischen gelöscht, der Influencer verließ das Land und veröffentlichte ein Entschuldigungsvideo. Er werde bei seiner Rückkehr festgenommen, sagte der Polizeisprecher.

Gotteslästerung und die Beleidigung des Propheten Mohammed stehen in Pakistan seit den 1980er Jahren unter Strafe. Die Gesetze sehen im äußersten Fall die Todesstrafe vor. Häufig kommt es auch zu Angriffen durch sogenannte Blasphemie-Bürgerwehren - extremistische Muslime, die angebliche Ketzer schon niedergeschossen, angezündet oder zu Tode geprügelt haben.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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